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National

Fanprojekte kritisieren SKB-Dateien

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 27. Januar 2016
Quelle: imago

Die bislang geheim gehaltene Sammlung von Daten über Fußballfans seitens der Polizei sorgt weiter für Diskussionen. Auch in Schleswig-Holstein führen szenekundige Beamte (SKB) solch eine Datei. Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) der Fanprojekte betrachtet die Entwicklung mit Sorge.

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Wie eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Jürgen Weber ergab, führt die Polizei auch in Schleswig-Holstein eine SKB-Datei, von der die Öffentlichkeit bislang nichts wusste. Wie bei der Datei in Hamburg reicht es auch hier bereits aus, im Umfeld von verdächtigen Personen zu agieren, um in die Datei aufgenommen zu werden.

Angesichts dieser neuen Entwicklungen sieht die BAG der Fanprojekte das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Fußballfans und der Polizei auf lange Zeit weiter verschlechtert. „Die sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den deutschlandweit 56 FanprojektStandorten haben kaum noch Argumente, die die Fans weiterhin zu einem offenen und konstruktiven Umgang mit den Sicherheitsinstitutionen anhalten“ heißt es in einer Pressemitteilung der BAG.

Die aktuellen Ereignisse seien nicht dazu geeignet, um bei jungen Fans Vertrauen und Verhaltenssicherheit gegenüber der Polizei und anderer staatlicher Organe zu bilden, wie es im Nationalen Konzept Sport und Sicherheit als Ziel formuliert sei. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte fordert eine umfassende Aufklärung darüber, wie die Polizei in den jeweiligen Bundesländern Daten über Fußballfans sammelt und aufbereitet und eine Erklärung mit welcher Begründung auch persönliche Daten über Personen ohne strafrechtliche Erscheinung gesammelt werden.