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National

Fanprojekte kritisieren gezogene Schusswaffen der Polizei gegen Werder-Fans

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 23. Oktober 2017
Quelle: Jeronimo Ort

Der Einsatz der Hamburger Polizei gegen Ultras des SV Werder Bremen beim Nordderby sorgt nach wie vor für Gesprächsstoff. Nun meldet sich die Bundesarbeitgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) zu Wort. 

In einer Mitteilung kritisiert die BAG vor allem, dass sich vermummte Zivilbeamte der Polizei Bremer Fans mit gezogener Waffe gegenüber stellten. Dieses Vorgehen hat die Polizei mittlerweile bestätigt.

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Für die BAG ist dieses Verhalten der Polizei „nicht tragbar und in keinster Weise nachzuvollziehen. Uns stellt sich hier die Frage der Verhältnismäßigkeit des polizeilichen Handelns. Dass dieser so durchgeführte Einsatz der Hamburger Polizei zu keiner Zeit kritisch reflektiert oder hinterfragt, sondern auch im Nachhinein für gerechtfertigt bezeichnet wird, ist für uns nicht verständlich.“

Ihr Vorgehen begründete die Polizei damit, dass die Werder-Ultras nicht auf den von der Polizei vorgegebenen Anreisewegen, also „konspirativ“ zum Nordderby angereist seien. „Schon zum wiederholten Mal wurde ein Teil der Gäste aus Bremen durch die Polizei daran gehindert, das Spiel in Hamburg zu besuchen, trotz vorangegangener mehrmaliger Angebote der Fanszene zur Beteiligung an einem gemeinsamen Anreisekonzept“, kritisiert die BAG und sieht „pauschale Vorverurteilung einer so großen Zahl von Fans äußerst kritisch. Diese sogenannte „Gefahrenabwehr“ schadet dem Verhältnis zwischen Fans und Polizei nachhaltig und führt immer weiter zu verhärteten Fronten zwischen den Beteiligten.“

Die Bundesarbeitsgemeinschaft hält „eine angemessene und selbstkritische Aufarbeitung der Vorfälle“ durch die Polizei Hamburg „für
eine unabdingbare Grundlage zur Normalisierung der Verhältnisse.“ Nur so könne eine weitere Zuspitzung des Konflikts verhindert werden.