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Hintergründe

Fanprojekt Kaiserslautern vor dem Aus?

Autor: peter Veröffentlicht: 06. Juni 2014
Quelle: imago (bearbeitet)

Das Fanprojekt in Kaiserslautern steht offenbar vor dem Aus. Eigenen Angaben zufolge hat das FCK Fanprojekt dieses Jahr kein Qualitätssiegel bekommen. Ohne ein Siegel von der Koordinationsstelle für deutsche Fanprojekte werden die Gelder gekürzt, was auf kurz oder lang das Ende des Fanprojekts bedeuten würde. Zu kleine Räumlichkeiten, mangelnde Finanzierung und zu wenig Mitarbeiter hindern das Projekt an einer ordentlichen Jugendarbeit, auch die Stadt Kaiserslautern und das Land scheinen nur hilflos zuzuschauen. Doch die Macher hinter dem Projekt geben nicht auf.

Seit 2007 gibt es das Fanprojekt Kaiserslautern inzwischen schon und seit der Gründung bieten die Macher eine Anlaufstelle für Fußballfans an. Von der Begleitung der Fans bei Heim- und Auswärtsspielen, bis hin zu der Vermittlung bei Konflikten zwischen Anhängern und Polizei, Verein oder Ordnungsdienst hilft das Projekt Fans in Kaiserslautern. Auch bei der Aktion „Pro Ausbildung“ ist das Fanprojekt engagiert und hilft jungen Fans bei der Suche nach Ausbildungsstellen. Allerdings könnte nun die letzte Stunde für das FCK Fanprojekt geschlagen haben. 50 Fanprojekte gibt es mittlerweile in Deutschland, eigenen Angaben zufolge gehört das Fanprojekt Kaiserslautern mit zu den am schlechtesten aufgestellten. So ist es keine Überraschung, dass das Projekt kein Qualitätssiegel bekommen hat. Die Koordinationsstelle der Fanprojekte bemängelt vor allem die zu kleinen Räumlichkeiten die sich auf eine kleine Küche, einen kleinen Aufenthaltsraum und ein Büro beschränken. Die Nichtvergabe des Qualitätssiegels wurde wie folgt begründet: „Die derzeitigen Räumlichkeiten sind für den Bedarf des Fanprojektes unzureichend. Sie können lediglich für Bürotätigkeit, Beratungs- und kleinere Gruppengespräche genutzt werden.“

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Räumlichkeiten „völlig ungeeignet“

Auf Nachfrage bei den Verantwortlichen des Projekts bemängeln auch sie selbst die Situation. Die Räumlichkeiten „seien für eine anspruchsvolle Jugend- und Sozialarbeit mit einer großen Klientel völlig ungeeignet.“ Grund dafür sei „die attestierte Unterfinanzierung durch die Stadt Kaiserslautern und das Land Rheinlandpfalz, an deren Beiträgen sich auch die Höhe der DFL-Zuschüsse bemisst.“ Auch die von der Koordninationstelle empfohlene Anzahl an drei Vollzeitbeschäftigten Mitarbeitern kann das Fanprojekt nicht erfüllen.  „Zurzeit reichen diese Mittel gerade mal aus, um das notwendige Minimum von 1,5 Stellen zu finanzieren. Dass eine große Fanszene, wie die des 1. FC Kaiserslautern somit nur schwer bedarfsgerecht durch das Fanprojekt unterstützt und begleitet werden kann, liegt auf der Hand.“ Als Lösung sollen Verhandlungen mit der Kommune, der Stadt Kaiserslautern und dem Land durchgeführt werden, „um gemeinsam eine Lösung zu finden“, so das Fanprojekt hoffnungsvoll. Ob dies jedoch noch rechtzeitig geschieht, ist unklar. Zwar ist die Frist der Koordinationsstelle für die erneute Abfrage noch nicht bekannt, aber die Uhr tickt gegen das Fanprojekt Kaiserslautern.

Die Kollegen von DASDING waren vor Ort und haben die Situation in einem kurzen Beitrag zusammengefasst: