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National

Fanladen St. Pauli erhält Julius-Hirsch-Preis

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 11. Oktober 2016
Quelle: imago

Der Julius Hirsch Preis 2016 geht an den Fanladen St. Pauli. Damit zeichnet der DFB ein Trikot-Sponsoring der besonderen Art aus. 

Anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktages lief der FC St. Pauli im Heimspiel gegen RB Leipzig am 21. Spieltag der vergangenen Saison statt des Sponsoren-Logos mit dem Schriftzug „Kein Fußball den Faschisten“ auf der Brust auf. Die Idee dazu stammte vom Fanladen St. Pauli, dem Fanprojekt des Vereins.

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Zum 25. Geburtstag hatte der Klub dem Fanladen die Brust der Spieler geschenkt. „Weil wir nie einfach sind, haben wir gesagt, dass wir, wenn wir schon so eine prominente Fläche geschenkt bekommen, ein Statement machen wollen“, so Justus Peltzer vom Fanladen auf der Verbands-Homepage.

Mit dem Schriftzug allein war es jedoch nicht getan: Historische Vorträge etwa über die Flucht aus Deutschland und ein Workshop über „Codes und Zeichen der Neonaziszene“ sowie eine Kranzniederlegung gehörten zum Rahmenprogramm. Zudem veranstaltet der Fanladen regelmäßig Rundgänge durch das Viertel für Jugendliche, bei denen Orte der Nazivergangenheit gezeigt und erklärt werden. „Rechtextremes Gedankengut wandert immer mehr in die Mitte der Gesellschaft. Der Fußball ist nach wie vor ein Rekrutierungsfeld, auch für Neonazi-Gruppen“, betont Peltzer die Dringlichkeit solcher Aktionen.

Mit dem Julius-Hirsch-Preis ehrt der DFB jährlich Personen, Initiativen und Vereine, die sich als Aktive auf dem Fußballplatz, als Fans im Stadion, im Verein und in der Gesellschaft gegen Diskriminierung einsetzen. Am Montag wurde nun der Fanladen St. Pauli im Alten Rathaus von Hannover im Beisein von DFB-Präsident Reinhard Grindel ausgezeichnet, die Laudatio hielt Herbert Grönemeyer.