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National

Fanhilfe Mageburg kritisiert Duisburger Sicherheitskonzept

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 24. Februar 2017
Quelle: imago

Um 18:30 Uhr empfängt der MSV Duisburg am heutigen Freitag den 1. FC Magdeburg zum Spitzenspiel der Dritten Liga. Die enormen Sicherheitsvorkehrungen, die der Heimverein dabei trifft, sorgen für Kritik. 

Weil es „klare Hinweise“ gebe, „dass mit dem zum großen Teil friedlichen Anhang des 1. FC Magdeburg Hooligans auch aus anderen Vereinen anreisen wollen – nicht nur, um das Spiel in Duisburg zu besuchen, sondern eventuell auch, um an den Karnevalstagen im Rheinland zu erscheinen“, wird es für die Partie keine Tickets an den Tageskassen geben. „Wir hoffen, mit dem Stopp des Verkaufs am Donnerstagabend zu verhindern, dass Personen in unser Stadion gelangen, die wir nicht beim Fußball sehen wollen, weil es ihnen nicht um Fußball geht“, erklärt Peter Mohnhaupt, Geschäftsführer des MSV Duisburg.

Die Polizei will zudem mit einem Großaufgebot vor Ort sein. Wie RP-Online berichtet, sollen am Stadion sogar Wasserwerfer positioniert werden.

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Die Fanhilfe Magdeburg kritisiert diese Maßnahmen, da zwischen den beiden Fanlagern nicht einmal eine besondere Rivalität herrsche. „Die Erfahrungen mit „umfangreichen Maßnahmen“ zeigen, dass diese oft in entgegengesetzt Richtung wirken“, schreibt die Fanhilfe vor dem Spiel. „Die Anhänger mit dieser Botschaft auf die Reise zu schicken, ist insofern eine erste Eskalationsstufe.“

Auch die Begründung der Maßnahmen mit dem Karneval im Rheinland kann die Fanhilfe nicht nachvollziehen: „Die Legitimation von Repressionsmaßnahmen gegen Fußballfans, nichts anderes sind geschlossene Tageskassen, durch die Verbindung beliebiger raumnaher Veranstaltungen, eröffnen Sicherheitsbehörden willkürlich Repressionsmöglichkeiten.“ Zudem sieht die Organisation die Gefahr, dass sich angesichts der Tageskassenschließung Magdeburger Fans mit Karten für den Heimbereich eingedeckt haben: „Darin sehen wir keinen vernünftigen Beitrag zur Fantrennung der Duisburger Polizei.“

Auch den eigenen Verein kritisieren die FCM-Fans, da dieser es offenbar versäumte, einen Vereins- und Interessenvertreter zur Sicherheitskonferenz vor dem Spiel zu entsenden. Insgesamt hegt die Fanhilfe Magdeburg „große Bedenken“ bezüglich des Polizeieinsatzes und wird daher erstmalig mit zwei Rechtsanwälten bei einem Spiel vor Ort sein.