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National

Fanhilfe Hannover kritisiert „Nahrungsmittelsperre“

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 20. Oktober 2015

Während die Umstände des Auswärtssieges für einen der größten Aufreger des vergangenen Wochenendes gesorgt haben, blieben Anreise und der Aufenthalt im Block recht ereignisarm. Anlass zur Kritik bot dann aber die Abreise.

Nach Schilderung der Fanhilfe Hannover wurde den Niedersachsen die freie Bewegung am Kölner Bahnhof Messe / Deutz untersagt. Auch zum Gleis habe man vor Ankunft des Sonderzuges nicht gedurft. Die somit eingekesselten Anhänger konnten somit keine Verpflegung für die – immerhin rund dreistündige – Rückfahrt kaufen. Zudem sei es den Fans nicht möglich gewesen, zum Kölner Hauptbahnhof zu gelangen, wo einige Hannoveraner ihr Gepäck im Spind eingeschlossen hatten.

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Die Fanhilfe fragt nach einem sonst so ruhigen Sonntagnachmittag nach der Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahmen:

„Mal wieder stellt sich in Anbetracht des ereignislosen und ruhigen Spieltags die Frage der Verhältnismäßigkeit solcher Maßnahmen. In welchem Maße die Verweigerung der Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse für Reisende, die seit den frühen Morgenstunden auf den Beinen sind, einer deeskalierenden Einsatzstrategie zu Gute kommt, erschließt sich uns nicht.“

Der Verdacht liege nahe, die Fans zur Missachtung der Anweisungen zu drängen, um eine Eskalation der Situation zu befeuern. Besondere Kritik erntete ein leitender Beamter, der den Reisenden erklärt habe, sie unterlägen nun einer „Nahrungsmittelsperre“. Ein Begriff, der eher an Kriegszeiten als an die Abreise von einer Sportveranstaltung erinnert. Die Fanhilfe prüft nun rechtliche Schritte gegen die Einsatzleitung.