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National

Fanhilfe Hannover kritisiert geplanten „Fußballgipfel“

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 20. April 2016
Quelle: imago

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) will demnächst einen sogenannten „Fußballgipfel“ einberufen. Nach eigenen Aussagen möchte er dabei klären, was denn „Fankultur“ eigentlich sei. Pyrotechnik gehört nach seinen Vorstellungen nämlich nicht dazu. Die Fanhilfe Hannover kritisiert die Pläne des Politikers. 

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Pistorius kritisiert, dass die Deutungshoheit über die Fankultur in deutschen Stadien vor allem durch die Ultras geprägt werde. Dabei würden diese nur einen geringen Teil der Stadionbesucher ausmachen. Der Innenminister wolle „eine Allianz derer, die Fußball gucken wollen“, zitiert ihn die Neue Osnabrücker Zeitung.

Was sich Pistorius selbst unter Fankultur vorstellt, machte er dann auch deutlich. Neulich habe er in den USA ein Baseballspiel besucht, bei der eine friedliche „Volksfestatmosphäre“ geherrscht habe. Die Aussagen des SPD-Politikers stoßen bei einigen Fußballfans jedenfalls auf wenig Verständnis. So schreibt die Fanhilfe Hannover auf ihrer Website: „Aus unserer Sicht beabsichtigt Herr Pistorius durch diese populistischen Aussagen und Maßnahmen alle Fußballfans weiteren Repressionen, Drangsalierungen und Überwachungen auszusetzen.“

Zudem vermutet die Organisation, dass es Pistorius nicht passe, „dass die Kennzahlen zu Fangewalt in Niedersachen deutlich zurückgegangen sind und sich die Polizei somit eigentlich selbst fragen müsste, ob es wirklich nötig ist, weiter in übermäßiger Stärke bei völlig unkritischen Spielen aufzutreten.“ Die Fanhilfe warnt alle Beteiligten davor, „auf den populistischen Zug von Politik und Polizei aufzuspringen.“ Den Innenminister bittet die Organisation hingegen, „sich um die wichtigen Themen und Probleme des Landes zu kümmern. Der Fußball gehört mit Sicherheit nicht dazu.“