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National

Fanhilfe Hannover beklagt Anwerbeversuche durch die Polizei

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 02. Januar 2017
Quelle: Jeronimo Ort

Zum Start ins Jahr 2017 verrät die Fanhilfe Hannover pikante Details zum Vorgehen der Polizei gegen vermeintlich gewalttätige Fußballfans. 

So macht die Fanorganisation in ihren Neujahrsgrüßen öffentlich, dass es im Jahr 2016 zahlreiche Anwerbungsversuche durch Beamte der hannoverschen Polizeiinspektion West gegeben habe. Dabei werde stets nach dem gleichen Muster vorgegangen: „Im Rahmen einer Vorladung wird erst eine Drohkulisse aufgebaut. Funktioniert diese nicht, wird der entsprechende Beamte urplötzlich zum besten Freund des Befragten und bietet diesem ‚Vergünstigungen‘ (z.B. das Fallenlassen von Strafsachen oder die Reduzierung einer möglichen Strafe) an, solltet ihr dem Beamten Erkenntnisse zukommen lassen“, erklärt die Fanhilfe.

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Die Organisation weist jedoch darauf hin, dass derlei Zusagen aufgrund der Gewaltenteilung lediglich von Staatsanwälten oder Richtern ausgehandelt werden können. Zudem legt die Fanhilfe allen beschuldigten Fans nahe, ihr Recht, die Aussage zu verweigern wahrzunehmen.

Darüber hinaus macht die Rechtshilfe-Organisation öffentlich, dass die Polizei Hannover im Jahr 2016 „hunderte Minuten Gesprächsinhalt, tausende Internetzugriffe und mehrere hundert Textnachrichten“ von Fußballfans „in Echtzeit und live, teilweise nach 20 Uhr außerhalb von Spieltagen“ überwacht und ausgewertet habe. „Das Ergebnis von lediglich einem eingeleiteten Ermittlungsverfahren (nicht gegen die überwachte Person) ließ dabei erneut Rückschlüsse zu, auf welchem Weg sich die Polizei derzeit insbesondere in Hannover befindet, um Steuergelder leichtfertig auszugeben“, kritisiert die Fanhilfe, die künftig Zahlen zu „Kosten durch überflüssige und unverhältnismäßige polizeiliche Maßnahmen zu Lasten der Steuerzahler“ der lokalen Presse sowie der Politik zur Verfügung stellen will.