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National

Fanhilfe fordert Überarbeitung der Stadionverbotsrichtlinien

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 05. Januar 2016
Quelle: imago/fanzeit

Die Schwarz-Gelbe Hilfe, die Fans von Dynamo Dresden bei Problemen mit Polizei und Justiz zur Seite steht, beleuchtet auf ihrer Website anhand zweier konkreter Beispiele die Vergabepraxis von Stadionverboten – und fordert Reformen bei den Richtlinien des DFB.

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Im vergangenen August trat Dynamo Dresden bei den Würzburger Kickers zum Auswärtsspiel an. Dabei wurde laut Polizeiangaben ein Passant aus der Gruppe der anreisenden Dresdner Anhänger auf die Straße gestoßen und dort von einem Auto erfasst. Wenige Tage später erteilte Dynamo Dresden fünf von der Polizei übermittelten Tatverdächtigen, darunter auch zwei Mitgliedern der Schwarz-Gelben-Hilfe, ein unbefristetes Hausverbot für das eigene Stadion.

Im November stellte die Staatsanwaltschadt Würzburg das Verfahren gegen die beiden Fans jedoch ein, der Verein hob daraufhin auch die damit verbundenen Hausverbote auf. Für die Fanhilfe stellt „diese Vergabe, egal ob von örtlich-begrenzten oder bundesweit ausgesprochenen Stadionverboten, ohne eine Verurteilung der Beschuldigten durch ein ordentliches Gericht, eine Vorverurteilung von Menschen“ dar.

Die Organisation fordert eine Überarbeitung der Stadionverbotsrichtlinien des Deuschen Fußballbundes, da die Weitergabe von persönlichen Daten an die Fußballvereine durch Polizeibehörden aus Sicht der Fanhilfe rechtswidrig ist. „Eine Vergabe von Stadionverboten ohne Verurteilung tritt jedes Rechtsstaatlichkeitsprinzip mit Füßen“, so die Schwarz-Gelbe Hilfe. Zudem fordert die Organisation die Verankerung von Stadionverbotsanhörungskommissionen in allen Vereinen sowie Stärkung derselben mit festgelegten Rechten und Handlungsspielräumen.