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Hintergründe

Wenn Fans auf Spieler losgehen

Autor: peter Veröffentlicht: 02. April 2015

Fußball-Profi ist eben auch nicht immer ein Traumberuf: Gerade auf den letzten Metern der Saison liegen die Nerven blank. Wir zeigen euch sieben Fälle, in denen Fans den Spielern ihres Klubs die Hölle heiß gemacht haben. Von Nachahmung sei ausdrücklich abgeraten!

Platz 8

Warum viele Worte machen?! Ein Banner mit der Aufschrift „Versager!“ beschrieb die Leistung der Fohlenelf in der Saison 2010/11 doch recht treffend. Nach einer sieglosen Hinrunde war Gladbach Tabellenletzter und die Fans der Borussen entsprechend frustriert. Vielleicht hat ja auch dieses Plakat mit dazu beigetragen, die Spieler wachzurütteln. In der Rückrunde konnten die Niederrheiner noch auf den Relegationsplatz klettern und im direkten Duell gegen den VfL Bochum den nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt feiern.

 

Platz 7

Unvergessen die Worte des damals noch beinahe knabenhaften Sebastian Kehl. Inzwischen hat man ja beinahe vergessen, dass es in Dortmund vor gar nicht allzu langer Zeit noch deutliche finsterere Zeiten herrschten. Als es 2004 besonders schlimm war und Kehl der aufgebrachten Fanschar schließlich wohl auch nichts weiter erklären konnte, stellte der BVB-Profi etwa 400 sitzblockierenden Dortmunder Anhängern die vermeintlich rhetorische Frage: „Was sollen wir denn machen? Wollt ihr uns verprügeln?“ Und erntete ein lustvolles: „JA!“

 

Platz 6

Nachdem Olympique Marseille aus dem französischen Pokal ausgeschieden war, hatten die Ultras des Traditionsvereins die Nase gestrichen voll! Eine Ultra-Gruppierung des französischen Erstligisten, die „South Winners“ rief im Internet dazu auf, den Spielern „das Leben zur Hölle zu machen.“

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Der Wortlaut der Meldung von Janaur 2014: „Diese Spieler müssen mit den gleichen Erniedrigungen bestraft werden, wie wir sie seit Wochen durchmachen. Keine Gewalt, aber wir sollten aufhören diese Legionäre zu respektieren, diese Nichts, die bevor sie bei OM spielten, gar nicht existierten. Fühlen sie sich unantastbar in der Blase OM? Lasst uns ihr Leben Tag für Tag zur Hölle machen. In der Straße, beim Bäcker, im Restaurant, in der Disco. Lasst sie uns erniedrigen, diese Untermenschen. Einige dieser Spieler nehmen sich gar heraus, ganze Tribünen mit ‘Hurensöhne’ zu beschimpfen. Wie sollen wir sie noch respektieren? Lasst uns mit der Arschleckerei in Social Media aufhören. Lasst uns aufhören nach Trikots, Autogrammen oder Fotos zu fragen. Die totale Nichtbeachtung!“

Der Vorstand von „OM“ war aufgrund der komplett verunglückten Wortwahl sogleich um Beschwichtigung bemüht: Es handele sich bei den „South Winners“ lediglich um eine kleine Ultra-Gruppierung, die im Stadion kaum eine Stimme habe. Eine Behauptung, die sich allerdings schwer aufrecht erhalten lässt. Vielmehr stellen die „South Winners“ eine der Haupt-Supporter-Gruppen des Vereins, übrigens bekennende Antifaschisten.

 

Platz 5

Anhänger des CFC Genua haben ihren eigenen Spielern offenbar sehr überzeugend nahegelegt, ihre Trikots auszuziehen. Sie seien nicht würdig, die Farben des Vereins zu tragen, meinten die Tifosi und die Spieler kamen dem Aufforderung nach anfänglichem Zögern schließlich nach. Wohl ahnend, dass andernfalls noch drastischere Maßnahmen folgen könnten.

Die Aktion hatte jedoch auch für den Verein Konsequenzen: Die komplette Mannschaft musste sich vor dem nationalen Sportgericht verantworten, es sei nämlich inakzeptabel sich den aufgebrachten Fans zu beugen, befand das Gremium. Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees in Italien, Gianni Petrucci, sprach später von „moralischem Verfall“. Genua-Stürmer Giuseppe Sculli, wurde später für einen Monat gesperrt, weil er engen Kontakt zu den verantwortlichen Ultras gepflegt haben soll. Der Verein musste eine Geldbuße von 30.000 Euro berappen.

 

Platz 4

Etwas härter sind da die Jungs in Brasilien unterwegs. Als die Spieler des SC Corinthians mit 1:5 vom Stadtrivalen Sau Paolo aus dem Stadion gefegt wurden, dachten sie wohl, das Schlimmste sei bereits überstanden. Weit gefehlt! Zwei Tage später stürmten rund 100 aufgebrachte Fans, mit Stöcken und Eisenstangen bewaffnet, das Trainingsgelände. Die Spieler suchten schnell das Weite. Dabei hätte ihnen Training wohl mehr geholfen, als diese ungeplante Laufeinheit.

Hier geht es zu den Plätzen 3 bis 1

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