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National

Fall Valentin: Befangenheitsantrag gegen die Richter

Autor: Johannes Holzapfel Veröffentlicht: 14. Mai 2016
Quelle: imago

Laut Informationen des Weser Kuriers stellt der Anwalt von Valentin S. und Wesley S. einen Befangenheitsantrag gegen die Richter. Der Anwalt soll gesagt haben, dass die Polizei und die Justiz in Bremen auf dem rechten Auge blind seien und Nazis und rechte Hooligans schütze.

Die Vorwürfe des Rechtsanwalts gegen die Polizei sind hart. „Bereits im Vorfeld der Tat, so Sürig, habe es laut eines szenekundigen Beamten Pöbeleien zwischen Ultras und Hooligans gegeben. Der Beamte habe die Ultras dann in seinem Bericht allesamt mit Namen, Vornamen und Geburtstag aufgelistet, dagegen nicht einen einzigen der Hooligans“, so der Weser Kurier.

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Ein anderer Vorwurf ist, dass Valentin bereits im November davon berichtet habe, dass ein Hooligan, der gleichzeitig als Zeuge vor Gericht angehört wird, einem anderen Ultra eine Bierkiste über den Kopf geschlagen haben soll. Diesem Verdacht wurde weder von der Polizei noch von der Staatsanwaltschaft nachgegangen. Das Video tauchte ein halbes Jahr später, erst dann wurden Ermittlungen eingeleitet. „Sürig bezeichnet dies als bewusste Ermittlungsverzögerung und spricht von Sprachvereitelung im Amt.“

Der Staatsanwalt hält diese Vorwürfe für „sachfremd, haltlos, abwegig“. Über den Befangenheitsantrag, der zur Unterbrechung der Verhandlung führte, entscheiden nun drei Richter des Landgerichts. Der nächste Verhandlungstag ist der 1. Juni 2016