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International

„Faire Preise – Vom Kinde bis zum Greise“

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 08. Mai 2014
Quelle: imago

Für einen Stehplatz in den Gästeblöcken der 1. Bundesliga zahlt ein Fan in Deutschland meist um die 15 Euro. Dies ist nicht zuletzt der Arbeit der Fan-Initiative „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ zu verdanken. Viele Vereine verzichten mittlerweile auf Zuschläge für sogenannte Topspiele. In Österreich hingegen sind Preise um die 25 Euro für einen Stehplatz an der Tagesordnung. Nun regt sich Widerstand.

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In einem offenem Brief unter dem einprägsamen Slogan „WIR FORDERN FAIRE PREISE – VOM KINDE BIS ZUM GREISE IN GRAZ, WIEN UND ÜBERALL!“  fordern Anhänger des SK Sturm Graz die österreichische Bundesliga auf, mit klaren Richtlinien für niedrigere Preise zu sorgen. Zwar seien die „Vereine und damit ihre Preisgestaltung wirtschaftlich autonom“, doch müsse die Liga auch „ihrer (sozialen) Verantwortung gerecht werden.“

Konkreter Anlass für den Protest war das Auswärtsspiel des SK Sturm Graz bei Austria Wien, bei dem der Gastgeber 25 Euro für eine Stehplatzkarte im „heruntergekommenen Stehplatzsektor mit mangelhafter Infrastruktur (Gastronomie, Sanitäranlagen) und unzureichender Sicht aufs Spielfeld“ verlangte. Selbst Ermäßigungen für Schüler, Studenten oder Kinder gab es offenbar keine. Aus diesem Grund hatten die Grazer Fans dazu aufgerufen, das Spiel zu boykottieren.

Mit diesen Preisen verstoße der Gastgeber gar gegen offizielle Richtlinien: Denn laut Paragraph 7 Abs. 2 der Bundesliga-Richtlinien soll „der Preis für den Auswärtssektor allerhöchstens einem vergleichbaren Sektor auf der Heimseite entsprechen. Da es im übrigen Stadion jedoch keine Stehplatztribüne und demnach auch keinen adäquaten Sektor gibt, müsste der Preis deutlich unter dem jeden anderen Sektors im Stadion liegen“, heißt es in dem Schreiben, das über 1000 Sturm-Fans unterzeichneten.