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National

Fahnendiskussion im Bochumer Block

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 21. Oktober 2014
Quelle: imago

Wie zuletzt bei den Nachbarn aus Dortmund ist auch beim VfL Bochum eine Diskussion um den Einsatz von Schwenkfahnen in der Kurve entbrannt. Die Ultras Bochum jedenfalls berichten, dass sie zuletzt immer öfter Beschwerden anderer Fans über den Einsatz großer Fahnen erreichen.

Gerade in engen Auswärtsblöcken können große Fahnen Zuschauern, die sich aufs Spiel konzentrieren möchten, schon mal den Spaß an der Veranstaltung nehmen. Daher versprechen die Ultras Bochum, in Zukunft etwas mehr „Fingerspitzengefühl“ zu zeigen. Dass es aber auch bei Heimspielen offenbar Fans gibt, die sich über Sichtbehinderungen beschweren, verwundert wohl nicht nur die Bochumer Ultras.

In einer fanzeit-Umfrage sprach sich gleichwohl die Mehrheit dafür aus, dass man nach Anpfiff Rücksicht auf Zuschauer nehmen müsse, die das Spiel ungestört verfolgen möchten.

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In ihrem Kurvenblatt „Blick in die Kurve“ haben UB 99 sich der Thematik angenommen. Nachfolgend das Schreiben im Wortlaut:

„In letzter Zeit kommen vermehrt VfLer auf uns zu, die sich über das dauerhafte Schwenken größerer Fahnen beschweren. Es wird häufig angegeben, man sehe aufgrund der Schwenker nichts mehr vom Spiel, etc. So oft wir es auch schon betont haben und so leidig das Thema daher inzwischen auch sein mag, möchten wir dennoch noch einmal klarstellen: Der dauerhafte Einsatz von (auch großen) Fahnen gehört zu unserer Vorstellung von Support ebenso dazu wie Gesänge, Schlachtrufe, Zaunfahnen und sinnvoll eingesetzte Pyrotechnik. Wir erkennen dennoch an, dass der Konflikt Spiel schauen vs. große Fahnen gerade in schmalen Gästeblöcken objektiv besteht. Wir werden in Zukunft darauf achten, diesbezüglich ein wenig mehr Fingerspitzengefühl an den Tag zu legen.

Uns ist erklärtermaßen eine geeinte Ostkurve ein Herzensanliegen, wir tolerieren dabei jede Art des Fanseins und sehen uns entgegen vereinzelter Behauptungen nicht als bessere Fans oder Ähnliches an. Allerdings müssen wir uns doch wundern, wenn bei Heimspielen Bochumer in der Ostkurve über dauerhaften Fahneneinsatz erzürnt sind. Die Ostkurve hat eine Breite von über 70 Metern, auf der es wohl möglich sein wird, dass sowohl derjenige, der gerne 90 Minuten Vollgas geben will und dafür auch einmal eine Sichtbehinderung in Kauf nimmt, als auch derjenige, der einfach nur in Ruhe das Spiel sehen will, seinen Platz findet. Sich allerdings genau ins Zentrum der Kurve hinter die großen Fahnen zu stellen, um sich dann über ebendiese Fahnen zu beschweren, erinnert doch etwas an den Saunagänger, den die Hitze im Inneren der Sauna auf die Palme bringt…

Wir halten nichts von künstlich eingerichteten Supportzonen, bei denen der Käufer einer Eintrittskarte vertraglich einwilligt, Sichtbehinderungen in Kauf zu nehmen. Wir mögen unsere Ostkurve genaus so authentisch wie sie ist. Wir appellieren also an euch: Eine Kurve lebt immer auch von der Verschiedenheit ihrer Besucher. Toleriert einander und reflektiert ab und an mal euer eigenes Verhalten! Jeder wird in der Ostkurve einen Platz finden, mit dem er leben kann. Für Analytieker, denen es auf jede gesehene Sekunde des Spiels ankommt, wird dies aber wahrscheinlich nicht der Platz unmittelbar über uns sein! Wir hoffen, ihr denkt ein wenig über diese Zeilen nach. Sollte dennoch weiterhin Diskussionsbedarf bestehen, findet ihr uns nach wie vor vor jedem Heimspiel an unserem Infostand unter Block O links. PS: Wir sind alle Bochumer Jungs!