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National

Facebook-Hetzer erhält Stadionverbot bei Union Berlin

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 07. September 2015
Quelle: imago

Ein bemerkenswert skrupelloser Facebook-Post verschaffte einem 26-jährigen Berliner seine fünf Minuten Ruhm. Neben dem Ärger, der ihm nun ohnehin ins Haus steht, darf sich der Union-Anhänger auch auf ein Stadionverbot bei seinem Verein einrichten.

Das Bild des toten Flüchtlingsjungen Aylan soll der Mann auf der mutmaßlich von ihm betriebenen Seite „Berlin wehrt sich“ mit den Worten kommentiert haben: „Wir TRAUERN NICHT, wir FEIERN ES! Nur ein Flüchtling, ein Flüchtling ist zu wenig: Das Meer hat schon mehr Flüchtlinge geschluckt!“ Polizei und Staatsanwaltschaft sind schließlich den zahlreichen Hinweisen auf das Profil des Betreibers der Seite nachgegangen und haben am Samstag seine Wohnung in Berlin-Hellersdorf durchsucht und dabei einen Computer und zwei Mobiltelefone sichergestellt.

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Danke für die zahlreichen Hinweise auf ein bestimmtes Facebook-Profil… Es ist gemeldet, die Ermittlungen laufen!Und…

Posted by 1.FC Union Berlin on Samstag, 5. September 2015

 

Da sich der mutmaßliche Verfasser auf seinem Facebook-Profil zudem als Fans des 1. FC Union Berlin ausgibt, gingen auch an der Alten Försterei zahlreiche Hinweise ein, auf die der Zweitligist bereits reagiert hat. Pressesprecher Christian Arbeit gibt gegenüber der BZ an, dass der Verein ein Hausverbot gegen den Mann aussprechen wird.

Strafrechtlich muss er sich zudem in einem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verunglimpung des Gedenkens Verstorbener und der Volksverhetzung verantworten, insgesamt sollen über 100 Strafanzeigen gegen ihn vorliegen. Die Facebook-Seite „Berlin wehrt sich“ ist derweil noch immer online.