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National

„Es gibt immer Kreise, bei denen bestimmte Personengruppen nicht erwünscht sind“

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 04. August 2017
Quelle: imago

Am Donnerstag traf sich der Fanbeirat von Hannover 96 mit dem Vereinsvorstand um Martin Kind, um über die mehr als 120 abgelehnten Mitgliedsanträge zu reden. Für die Fans verlief das Gespräch ziemlich ernüchternd. 

Als Gründe für die Ablehnung der Mitgliedsanträge gaben die Verantwortlichen demnach fehlende Volljährigkeit oder Stadionverbote einzelner Antragssteller an. Besonders interessant sind jedoch die Ausführungen von Vorstandsmitglied Jürgen Dierich zur Gesamtheit der durch die Initiative Pro Verein im Paket abgegebenen Anträge.

Wie Dierich gegenüber dem Fanbeirat zugab, seien von den Ablehnungen pauschal auch viele Anhänger betroffen, die nicht unmittelbar der aktiven Fanszene zu zurechnen seien. Dennoch gäbe es „innerhalb der Gesellschaft und im Leben immer Kreise, bei denen gewisse Personengruppen einfach nicht erwünscht wären, um ein Ziel zu erreichen.“

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An dieser Stelle hakte der Fanbeirat nach eigenen Angaben mehrfach nach, doch gelangte man „wiederkehrend an diese Aussage zurück, die wir für uns aber nicht falsch interpretieren sollen.“ Da die Fanvertreter hier jedoch keinen Interpretationsspielraum hätten erkennen können und auch keine Lösung seitens des Vereins präsentiert worden sei, beendete der Fanbeirat den Gesprächstermin an dieser Stelle nach 25 Minuten.

Die Fans kritisieren, dass die Vereinsvertreter zu keinem Zeitpunkt den Eindruck vermittelt hätten, sich ernsthaft auf das Gespräch vorbereitet zu haben oder die Fanszene als ebenbürtigen Gesprächspartner zu sehen. „Viel mehr betätigte man sich einfachster rhetorischer Stilmittel, um sich vermeintlich mit uns auf eine Ebene zu bringen“, so der Fanbeirat.

Zusammenfassend bilanziert der Fanbeirat, „dass seitens der Vereinsführung des e.V., insbesondere der Person Martin Kind, weiterhin kein Wert auf einen lösungsorientierten und zielführenden Dialog mit der Fanszene gelegt wird.“ Die Fanvertreter ermutigen daher alle Interessierten weiterhin, Mitglied im Verein zu werden und sich aktiv zu beteiligen.