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National

Erneut ein „starkes Zeichen“ setzen

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 09. Februar 2015

Im Hinspiel gegen RB Leipzig gewandete sich die Alte Försterei fast geschlossen in schwarzen Regencapes. Zweifelsfrei eine der aufsehenerregendsten unter den zahlreichen Protestaktionen verschiedenster Fangruppen gegen den umstrittenen Zweitliga-Aufsteiger.

„Ein starkes Zeichen, welches deutschlandweit Beachtung fand. Nur dies kann auch für das Rückspiel unser gemeinsames Ziel sein“, kündigt jetzt die Szene Köpenick an. Im Stadionheft zum Heimspiel gegen den VfL Bochum hat die Gruppe in einem offenen Brief Ergebnisse eines Fanclub-Treffens bekanntgegeben, auf dem ein gemeinsamer Plan für das Auswärtsspiel in Leipzig (Sonntag, 1. März) verabschiedet wurde. Trotz stark eingeschränkter Protestmöglichkeiten im Leipziger Stadion sei klar gewesen: „Die Stärke unserer gesamten Fanszene war schon immer Geschlossenheit. Eine Spaltung, ob nun in Stadiongänger und Boykottierer, in Kutten und Ultras oder in Traditionalisten und Realisten, sollte an diesem Tag unbedingt vermieden werden. Daher haben wir letztendlich ein Konzept erarbeitet und geschlossen verabschiedet, welches allen Meinungen Rechnung trägt.“

Unter dem Motto „Erst Tradition, dann Brause“ ist ein Spiel der beiden Traditionsmannschaften der BSG Chemie Leipzig und Union Berlin im Alfred-Kunze-Sportpark geplant. Die Einnahmen sollen der Sanierung des Alfred-Kunze-Sportparks zugute kommen, von Verbrüderungsszenen der beiden Fangruppen sei jedoch abzusehen, beide trenne schließlich eine gesunde Rivalität. Nach dem Spiel sollen sich alle Unioner um 14 Uhr vor dem Stadion des Leipziger Zweitligisten treffen. Alle Fans, die keine der begrenzten Karten für das Traditionsspiel ergattern, bittet die Szene Köpenick, dennoch in jedem Fall die erste Halbzeit schweigend zu verbringen, möglichst sogar außerhalb der Fanblöcke, um auch ein optisches Zeichen zu setzen. In der zweiten Halbzeit gelte es dann, die Mannschaft gemeinsam zum Auswärtssieg zu tragen.

 

Nachfolgend der offene Brief der Szene Köpenick:

 

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Liebe Unioner,

das Auswärtsspiel gegen die deutsche Betriebsmannschaft des Brausekonzerns steht vor der Tür. Dass dies kein normales Spiel werden wird, dürfte jedem von euch klar sein. Inhaltlich müssen wir wohl nicht mehr viel begründen. Zum einen sprechen die Transferpossen des Unternehmens in der Winterpause für sich. Zum anderen haben wir beim Hinspiel bereits alles gesagt und gemeinsam ein starkes Zeichen gesetzt, welches deutschlandweit Beachtung fand. Nur dies kann auch für das Rückspiel unser gemeinsames Ziel sein.

Dementsprechend haben wir uns in den vergangenen Wochen mit den offiziellen Fanclubs getroffen, um uns diesbezüglich auszutauschen und verschiedene Vorschläge zu diskutieren. Da jedoch, wie die Erfahrungen anderer Fanszenen zeigen, keine optischen Aktionen im Stadion möglich sind, war die Palette der Protestformen stark eingeschränkt. Die Frage, ob man nun unter diesen Bedingungen überhaupt ins Zentralstadion gehen sollte, wurde zum Zünglein an der Waage. Die Meinungen gingen hier auch innerhalb der Fanclubs stark auseinander. Eines jedoch war allen von Anfang an klar: Die Stärke unserer gesamten Fanszene war schon immer Geschlossenheit. Eine Spaltung, ob nun in Stadiongänger und Boykottierer, in Kutten und Ultras oder in Traditionalisten und Realisten, sollte an diesem Tag unbedingt vermieden werden. Daher haben wir letztendlich ein Konzept erarbeitet und geschlossen verabschiedet, welches allen Meinungen Rechnung trägt und welches wir euch hiermit vorstellen möchten.

Am Spieltag, um 12 Uhr, wird es ein Traditionsspiel zwischen der BSG Chemie Leipzig und dem 1. FC Union Berlin geben. Auflaufen werden die Traditionsmannschaften beider Vereine im Leutzscher Alfred-Kunze-Sportpark. Gespielt wird 2 x 30 Minuten mit kurzer Pause. Die Einnahmen gehen komplett zugunsten der dringend notwendigen Sanierung des dortigen Stadions. Es ist ein Traditionsspiel, bei dem wir zeigen möchten, gegen wen und wie wir uns Fußball in Leipzig vorstellen. Es sei jedoch schon hier klargestellt, dass Verbrüderungsszenen nicht angebracht sind. Beide Vereine und Fanszenen pflegten stets eine gesunde Rivalität. Dies soll auch weiterhin so bleiben und so wird es auf beiderseitigen Wusnch eine strikte Fantrennung geben.

Im Anschluss an das Spiel wollen wir gemeinsam den Weg zum Zentralstadion antreten. Dort wollen wir uns um 14 Uhr mit allen Unionern treffen, die keine Karten für das Traditionsspiel bekommen konnten (die Kapazität ist aufgrund der baulichen Gegebenheiten beschränkt). Letztere bitten wir, die erste Halbzeit des Spiels schweigend zu verbringen und den Protest dadurch mitzutragen. Am besten verzichtet ihr ganz darauf, die Zuschauerblöcke des Zentralstadions in der ersten Halbzeit zu betreten, um dem Protest so auch noch eine deutlichere optische Note zu verleihen und einen stärkeren Kontrast zur zweiten Halbzeit herzustellen. Denn dann wollen wir gemeinsam unserer Mannschaft zum wiederholten Sieg verhelfen!

Karten für das Spiel bei Chemie könnt ihr beim kommenden Heimspiel gegen Heidenheim am WS Konsum (Union-Tanke), am Infostand der Szene Köpenick (Biergarten Waldseite) und an der VIRUS-Hütte (Biergarten Stadionbauerdenkmal) erwerben. Weitere Informationen zu Eintrittspreisen, Anreise usw. folgen in den nächsten Wochen über die gängigen Kanäle.

In diesem Sinne: Gemeinsam Eisern!
Szene Köpenick im Februar 2015