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National

„Entweder totgeschwiegen oder unkritisch behandelt“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 11. November 2014

Die Initiative „Nein zu RB“ hatte für das vergangene Wochenende einen Aktionsspieltag gegen RB Leipzig angeregt. Eine Vorlage, die viele Fanszenen dankbar aufgenommen haben. Trotz der zahlreichen und nicht zu übersehenden Aktionen macht sich die Initiative Sorgen darüber, dass viele allmählich ihren Frieden mit dem Zweitligisten machen.

Die Rolle des Brausekonzerns „Red Bull“ werde in den Medien entweder totgeschwiegen oder unkritisch über den Zweitliga-Aufsteiger berichtet, der in den Medien zunehmend aufgrund seiner sportlichen Erfolge behandelt werde. Die Initiative fürchtet: „Von Seiten der Medien und der Verbände scheint RB Leipzig längst akzeptiert zu sein.“

Daher weist „Nein zu RB“ noch einmal ausführlich auf die Probleme hin, die große Teile der aktiven Fanszenen mit RB Leipzig haben und fordert neben den Medien auch DFB und DFL zu einem kritischen Umgang mit den Sachsen auf. Aber auch Vereine und nicht zuletzt die Fans seien weiterhin gefragt. „Nur durch die Solidarisierung der Fans und Vereine untereinander können wir es schaffen RedBull die Lust am unserem Spiel zu nehmen!“

 

Nachfolgend die Stellungnahme der Initiative „Nein zu RB im Wortlaut“:

 

Hallo Fußballfans,

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im Rahmen der Kampagne „Nein zu RedBull! Für euch nur Marketing — Für uns Lebenssinn!“ gab es an diesem Wochenende in vielen Stadien der 1.  bis 3. Liga eine gemeinsame Aktion gegen RB Leipzig. Der Fokus dieser  Aktion lag jedoch vor allem auf der 2. Liga. Dort sind die Fans und Vereine direkt mit dem Dosenclub aus Leipzig konfrontiert. Daher hatte  es auch in fast jedem Stadion der 2. Liga an diesem Wochenende Aktionen  gegeben. Unter dem Motto „Rote Karte für RedBull“ und „Wir pfeifen auf RedBull“ wollten wir darauf aufmerksam machen, wie präsent das Problem RB Leipzig sowie die Ablehnung dieses Vereins bei vielen Stadiongänger/innen ist. Sowohl von Seiten des Sportfernsehens, als auch  der Print- und Onlinemedien wird das Thema „RedBull im Fußball“ entweder totgeschwiegen oder unkritisch darüber berichtet. Von Seiten der Medien und der Verbände scheint RB Leipzig längst akzeptiert zu sein. Die Rolle RedBulls‘ gerät dadurch immer mehr in den Hintergrund und die sportliche Attraktivität des Vereins scheint immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Die Rolle Red Bulls’bei RB Leipzig ist jedoch offensichtlich. Red Bull ist RB Leipzig — nicht mehr und nicht weniger. Das wird vorallem durch folgende Aspekte deutlich:

·Die Red Bull GmbH betreibt ein umfangreiches Sponsoring, das weit über normale Sponsorenverhältnisse hinausreicht. Dazu gehören: Trikotsponsoring, Vereinswappen, Vereinsname, Name der Vereinshomepage (/Die Roten Bullen/) sowie des Trainings- und Nachwuchszentrum  (/Trainingszentrum der Roten Bullen/).

·Die Red Bull GmbH ist Hauptfremdkapitalgeber bzw. -investor: Dietrich Mateschitz will allein in den nächsten drei Jahren über 100 Millionen € in den Verein investieren. Davon ca. 30 Milltionen € in ein Nachwuchsleistungszentrum.

·Red Bull GmbH ist für die wesentlichen Aufgaben des operativen Geschäfts zuständig: Darunter fallen die Geschäftsstelle, Fanshop („Red Bull Shop“), Ticketing, Sponsoring, Finanzen, Fanbetreuung)

·Die Red Bull GmbH hat vertraute Personen innerhalb des Vorstandes bzw. als Mitglieder eingesetzt

Dieses äußerst umfangreiche Engagement RedBulls‘ ist nur durch vielseitigen Verstoß gegen diverse Regularien ermöglicht worden. Denn RedBull verstößt nicht nur gegen die Prinzipien der 50+1 Regel der DFL, sondern auch gegen die DFB-Regularien. Unter § 15 Abs. 2 der DFB-Satzung heißt es: „Änderungen, Ergänzungen oder Neugebungen von Vereinsnamen und Vereinszeichen zum Zwecke der Werbung sind unzulässig“. Der Vereinsname ist nicht ohne Grund an RedBull angelehnt. Würde hier nicht im Sinne des Marketings gehandelt werden, so hätte man den Verein auch FC Leipzig oder ähnlich nennen können. Auch das Logo weist mit den zwei Bullen, trotz leichter Veränderungen im Zuge der Lizenzierung, immer noch eindeutige Merkmale des Firmenlogos von Red Bull auf — die allein dem Zwecke der Wiedererkennung und somit der Werbung dienen.

RB Leipzig verstößt darüber hinaus auch gegen § 4 Nr. 9 der Lizenzierungsordnung der DFL, welcher Vereine dazu verpflichtet, gewisse Mindestvoraussetzungen in Bezug auf die demokratische Mitbestimmung bei der Wahl der Vereinsführung einzuhalten. Laut § 6 Abs. 2 der Satzung von RB Leipzig dürfen nur 11 ordentliche Mitglieder den Vereinsvorstand und -vorsitz wählen. Darüber hinaus ist die Mitgliederstruktur von RB Leipzig ausschließend. Stimmberechtigtes, ordentliches Mitglied bei RB zu werden ist nicht möglich. Im Zuge der Lizenzauflagen hat Red Bull eine sogenannte Fördermitgliedschaft eingerichtet, die zwar nicht zu einer Wahlberechtigung bestimmt, aber andere „Vorteile“ bringen soll und in Bronze (100€/Jahr), Silber (500€/J.) und Gold (1000€/J.) erhältlich ist.

Wir fordern sowohl vom DFB und der DFL, als auch von den Medien einen kritischeren Umgang mit RB Leipzig. Auch fordern wir die vielen Traditionsvereine auf, RB Leipzig nicht zu akzeptieren. Eine Isolation dieses Vereins muss stattfinden, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Nur durch die Solidarisierung der Fans und Vereine untereinander, können wir es schaffen RedBull die Lust am unserem Spiel zu nehmen!

Nein zu Red Bull! Für euch nur Marketing — Für uns Lebenssinn!