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International

Englische Fans wünschen sich deutsche Verhältnisse

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 25. August 2014
Quelle: imago

Fans von Premier League Clubs müssen tief in die Tasche greifen um die Spiele ihrer Mannschaft im Stadion sehen zu können. Viele Vereine haben vor der Saison wieder einmal die Ticketpreise erhöht. Nun wünschen sich die englischen Fans bezüglich der Ticketpreise Verhältnisse wie in Deutschland.

Nach Informationen des Daily Mirror haben 11 von 20 Top Clubs in England die Preise für die billigsten Dauerkarten erhöht. Um gegen die horrenden Ticketpreise vorzugehen und auch die Öffentlichkeit über das Problem der überteuerten Tickets aufmerksam zu machen, organisierte die „Football Supporters Federation“ (FSF) am 14. August einen Protestmarsch unter dem Titel „Affordable Football for All“, der vor der Hauptgeschäftsstelle der Premier League in London stattfand.

Der Vorsitzende des FSF, Malcom Clarke, betonte, dass die Clubs in England es ausnutzen würden, dass die Stadien trotz der hohen Preise voll sind. Durch die enormen Preise befürchten Clarke und die anderen Fans, dass sich die Art der Stadiongänger grundlegend ändern könnte: „Die Menschen, die ins Stadion gehen, sind die, die es sich leisten können“, sagte er.

Clarke sorgt sich ebenfalls um die Zukunft junger englischer Fußballfans. Wenn sich Kinder und junge Erwachsene kein Spiel mehr im Stadion ansehen können, weil die Tickets zu teuer sind, wird man diese Generation von Fans verlieren.

Er hofft, dass die Premier League dem Beispiel der Bundesliga folgt, da in Deutschland manche Dauerkarten den gleichen Preis haben, wie ein Einzelticket für ein Spiel von Arsenal London.

Der ehemalige Kapitän der englischen Nationalmannschaft, Gary Lineker, meldete sich zu dem Thema bei Twitter, nachdem ihm der Preis einer Dauerkarte beim FC Bayern im Vergleich zu Dauerkartenpreisen bei englischen Clubs bekannt wurde:

Vergleich mit der Bundesliga

„Natürlich hat jeder Fußball-Fan Verständnis dafür, dass Profifußball Geld kostet, aber es dürfen nicht Teile der Gesellschaft vom Volkssport Fußball abgekoppelt werden. Im Sinne der Gesellschaft, aber auch im Sinne des Fußballs selbst“, äußerte sich der Geschäftsführer der Bundesliga, Christian Seifert, schon im Rahmen der Initiative „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein.“

Im Gespräch mit dem Daily Telegraph sagte er in vergleichbarem Zusammenhang, dass es in der Bundesliga niemals so hohe Ticketpreise wie in England geben werde. Zwar sind die Clubs eigenverantwortlich für ihre Kartenpreise, aber jedem Club sei bewusst, wie wichtig es ist jeder Person, unabhängig von sozialem oder finanziellem Hintergrund, die Möglichkeit zu bieten, zu erschwinglichem Preis eine Karte zu kaufen.

Sicherlich sind hierzulande die Karten auch nicht günstig. Immerhin zahlt man beim Spitzenreiter der Kartenpreise, dem SC Paderborn 07, diese Saison auch 255,50 Euro für die günstigste Dauerkarte. Dem entgegen gesetzt steht der VfL Wolfsburg mit 130 Euro für das billigste Saisonticket. Aber verglichen mit der Premier League tun sich große Abgründe bezüglich der Kartenpreise auf.

Zum Vergleich: Ein richtiges „Schnäppchen“ machen die Fans von Manchester City. Hier kostet die günstigste Dauerkarte „nur“ umgerechnet 376 Euro. Beim FC Arsenal geht es dagegen erst bei 1275 Euro los.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Bundesliga Clubs nicht den gleichen Weg wie Premier League Clubs gehen oder sich bestenfalls Kampagnen wie „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ durchsetzen.

st