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National

„Energiefans gegen Nazis“-Fahne erneut abgehangen

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 29. Mai 2018
Quelle: imago

Mit einem Foto, auf dem sie mit Ku-Klux-Klan-Kapuzen posieren, sorgten Fans des FC Energie Cottbus bei den Aufstiegsfeierlichkeiten des Vereins für einen Eklat. Wie nun bekannt wird, gingen Anhänger des Vereins auch bereits im Stadion gegen die Gruppe „Energiefans gegen Nazis“ vor. 

Beim Landespokalfinale in Babelsberg war die Initiative, die bislang vor allem bei Facebook aktiv war, erstmals mit einer eigenen Zaunfahne im Stadion vertreten. Diese wurde jedoch bereits nach kurzer Zeit von einer Einzelperson wieder abgehängt.

„Netter Versuch, aber wir machen weiter!“, gab sich die Gruppe danach kämpferisch. Und tatsächlich hing beim Aufstiegsrückspiel gegen Weiche Flensburg erneut eine Fahne der Gruppe am Zaun – zunächst teilweise über dem großen Spruchband der Cottbuser Choreografie. Doch obwohl die Fans ihre Fahne nach einem entsprechenden Hinweis unter das Spruchband hängten, sei das Banner noch vor Beginn des Spiels erneut abgerissen worden – „unter lautstarken Beleidigungen und tätlichen Angriffen“, wie die Initiative bei Facebook mitteilt.

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Dass ein Teil der Cottbuser Fanszene Probleme mit Personen zu haben scheint, die sich gegen Rechts positionieren, gibt diese unumwunden zu. In einem Rückblick auf das Aufstiegsspiel der Fanszene Cottbus bei Facebook heißt es: „Ebenfalls nicht zu tolerieren ist es, wenn Transparente an den Zaun der Nordwand angebracht werden, die nur dem Zweck einer politischen Distanzierung und Spaltung dienen.“

Auch zu der Ku-Klux-Klan-Aktion auf dem Cottbuser Altmarkt nimmt die Fanszene Stellung und bezeichnet den Vorfall als einzigen „Wermutstropfen“ sowie „völlig unangebrachte und hohle Aktion“. Gleichzeitig sei beim Spruchband mit der Aufschrift „Aufstieg des Bösen“ sicherlich eine „gewisse Form von Sarkasmus und Ironie mit im Spiel“ gewesen. Grundsätzlich seien beide Vorfälle Themen, „die nicht im Aufstiegsrausch untergehen dürfen, aber sicherlich auch der ganzen Region nicht die Aufstiegsfeier und Euphorie vermiesen dürfen.“

Trotz oder gerade wegen der Vorfälle geben sich die Energiefans gegen Nazis auch weiterhin kämpferisch. „Es gibt keinen Grund aufzuhören!“, teilt die Gruppe auf ihrer Facebook-Seite mit.