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Eiszeit in Erfurt: Jetzt wehren sich die Spieler

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 24. November 2014
Quelle: imago

Die Beziehungskrise zwischen Rot-Weiß Erfurt und den Fans des Drittligisten hat sich auch am Wochenende nicht lösen lassen. Nachdem sich Fans für das Pokalaus beim Oberligisten FC Einheit Rudolstadt unter der Woche mit einem vermummten Trainingsbesuch und der Ankündigung eines Stimmungsboykotts revanchiert hatten, herrschte beim Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers am Samstag Eiszeit zwischen Fans und Mannschaft.

Zwar hatten die treuen Anhänger es sich nicht nehmen lassen, in der Vorweihnachtszeit etwas zu basteln. Die Freude über die Zaunfahne, auf der die eigenen Fans ihr Team „Rekordpokalversager“ tauften, dürfte die Herzen der Drittliga-Profis aber nicht unbedingt erwärmt haben.

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Und auch nach Anpfiff blieb es frostig. Der Stimmungsboykott der Erfordia Ultras zeigte Wirkung. Das 0:0 zur Pause quittierten große Teile der 4.174 Zuschauer mit einem gellenden Pfeifkonzert, was nicht ohne Nebenwirkungen bei den eigenen Spielern blieb. Sebastian Tyrala etwa meldet sich bei Facebook zu Wort und betont: „JA, wir haben uns in Rudolstadt blamiert! JA, es tut auch heute noch weh! JA, das ist zu wiederholten Male passiert! JA, immer die selben Floskeln […] Ich verstehe den Unmut, die Enttäuschung und vielleicht sogar den Hass. Dennoch sehe ICH mich nicht als SCHANDE! Und ich finde es auch nicht akzeptabel, als sowas beschimpft zu werden!“

Damit steht der Mittelfeldspieler im Mannschaftskreis natürlich nicht allein. Carsten Kammlott legte sich nach seinem Treffer zum 1:1-Endstand symbolisch den Zeigefinger vor die Lippen, die Spieler verschwanden nach Abpfiff eilig in der Kabine, ohne sich wie sonst üblich bei den Fans zu bedanken. Tyrala schreibt dazu: „Am Samstag nach dem Spiel sind wir direkt in die Kabine gegangen und haben kein Beifall geklatscht! Da muss ich auch ehrlich sein, da gab es nichts zu beklatschen!“

Am kommenden Samstag spielt Erfurt in Unterhaching. Man darf gespannt sein, wie viele Fans die Anreise auf sich nehmen.