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National

Eisenbahnunternehmen sperrt Kieler Fans aus

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 12. September 2014
Quelle: imago

Weil sie letzten Samstag in einem Zug des Eisenbahnunternehmens „Metronom“ randaliert haben sollen, hat das Unternehmen ein Haus- und Beförderungsverbot gegen 48 Fans von Holstein Kiel verhängt. Die wiederum erheben schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

Wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet, gilt das Beförderungsverbot für das kommende Wochenende. Somit müssen die betroffenen Fans auf andere Züge oder Verkehrsmittel ausweichen, falls sie ihre Mannschaft zum Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück begleiten wollen.

Laut Polizeiangaben sollen die Kieler Anhänger am letzten Samstag auf dem Weg zum Auswärtsspiel bei Rot-Weiss Erfurt in einem Zug die Decke beschädigt und Lampen aus der Verankerung gerissen haben. Außerdem soll mehrfach die Notbremse betätigt worden sein.

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In Hannover wurden die Fans dann zwecks Aufnahme der Personalien von der Bundespolizei in Empfang genommen. Aufgrund der Vorkommnisse im Zug sollte die Gruppe zurück nach Kiel geschickt werden. Als diese sich weigerte, kam es zu Auseinandersetzungen mit der Bundespolizei, wobei wohl auch Flaschen flogen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, drei Personen wurden in Gewahrsam genommen. Weil die Gruppe nicht ohne die Personen in Gewahrsam nach Kiel zurückreisen wollte, warteten die Fans solange am Hauptbahnhof. Später wurden sie dann von der Polizei zurück nach Kiel begleitet.

Soweit die Darstellung der Polizei. Die „Supside Ultras Kiel“ kritisieren auf ihrer Internetseite hingegen das Verhalten der Polizei als nicht rechtsstaatlich und willkürlich. Auch wenn Beschädigungen der Verkleidung im Zug „definitiv nicht zu dulden“ seien, sei es unverständlich, dass die ganze Gruppe die Fahrt nicht fortsetzen dürfe, um einen oder zwei Täter ausfindig zu machen.

Darüber hinaus soll eine Person in Gewahrsam genommen worden sein, weil sie sich nach der Dienstnummer eines Beamten erkundigt habe. Auch den Flaschenwurf bezeichnen die Ultras als „unentschuldbar“, kritisieren jedoch den darauf folgenden „wahllosen Einsatz von Pfefferspray, teils aus nächster Nähe gezielt in die Augen.“ Auch seien Hilfeleistungen gezielt verhindert worden.

fn