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National

Einer der HoGeSa-Gründer war offenbar ein V-Mann

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 13. Oktober 2015
Quelle: imago

Bald ein Jahr ist es her, dass Teilnehmer der Hooligans-gegen-Salafisten-Demo sich in der Kölner Innenstadt gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei lieferten. Wenn der Zenit damit auch gleich schon überschritten war – mit diesem Auftritt hat sich „HoGeSa“ deutschlandweit einen Namen gemacht. Den Verfassungsschutz hätte das wohl nicht überraschen dürfen. Er war offenbar von Anfang in die Entwicklung der Bewegung eingeweiht.

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Die mutmaßliche Schlüsselrolle kommt dabei Roland Sokol zu. Der seit Jahrzehnten aktive Rechtsextremist war dabei, als Hooligans und Nazis 2013 die Bewegung „Hooligans gegen Salafisten“ ins Leben riefen und in der Folge zu einer bundesweiten Bewegung aufbauten. Im September erlag Sokol mit 42 Jahren einem Krebsleiden. Wie „Spiegel Online“ jetzt berichtet, soll er seit spätestens 2009 für den Verfassungsschutz gearbeitet haben.

Die Behörden bestätigen das auch posthum nicht, müssen sich gleichwohl aber einige Fragen gefallen lassen. So habe Sokol etwa ein Schreiben weitergeleitet, in dem der Hamburger Neonazi Thorsten de Vries unverhohlen dazu aufruft, möglichst viele rechte politische Köpfe für die Demo in Köln zu mobilisieren und sich gleichzeitig wundert, dass noch kein Verbot ausgesprochen wurde.

Ein weiteres pikantes Detail wird nun voraussichtlich ein Nachspiel haben: Laut „Spiegel Online“ hat Claus Schmiedel bereits Nachforschungen angekündigt. Schmiedel ist SPD-Obmann im parlamentarischen NSU-Untersuchungssausschuss. Zum Nationalsozialistischen Untergrund soll V-Mann Sokol ebenfalls Kontakte gepflegt haben.