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National

„Ein unfassbarer Gewaltakt gegen Menschen“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 17. Februar 2015
Quelle: imago

Das Wochenende hätte für Rot-Weiß Erfurt aus sportlicher Sicht kaum besser laufen können. Durch den 1:0-Sieg gegen Münster haben die Thüringer Relegationsplatz drei erobert. Nachdem die Mannschaft zwischenzeitlich bei den Fans schon jede Menge Kredit verspielt zu haben schien, ein doch mehr als achtbarer Zwischenstand.

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Dennoch war die Freude über den Heimsieg bei der Vereinsführung getrübt: In der ersten Halbzeit der Partie flogen zwei Böller in Richtung des Gästefanblocks – einer explodierte. Videoaufnahmen aus dem Stadion haben den Werfer schnell überführt – nur drei Tage nach der Tat hat der Verein Konsequenzen gezogen. Rot-Weiß Erfurt bekundet sein Entsetzen über die „hirnlose Tat“ und reizt das Strafmaß voll aus: Der Täter wird lebenslanges Stadionverbot in Erfurt und drei Jahre bundesweites Stadionverbot erhalten, was die höchste Stufe der Sanktionierung für Platzverbot in fremden Stadien bedeutet. Zudem wird der Verein den Täter anzeigen, damit er haftungsrechtlich belangt werden kann.

Zwar hatte sich RWE bei der Verabschiedung vom Steigerwaldstadion auf die vermeintlich wasserdichte und angemeldete Pyroshow eingelassen und liegt seither im Rechtsstreit mit dem DFB, die Trennlinie zwischen genehmigtem und unerwünschtem Pyro-Einsatz im Stadion zieht der Verein aber scharf: „Die Aktion war nicht nur ein unfassbarer Gewaltakt gegen Menschen, sondern angesichts des schwebenden Verfahrens in Sachen Abschiedsspiel für das Steigerwaldstadion auch ein Rückschlag in unseren Bemühungen beim Verband um Verständnis für die außergewöhnlichen Gesamtumstände am Abend des 08. Oktober 2014 zu werben. Der Verein hat es oft genug zum Ausdruck gebracht: Die friedliche, kontrollierte und angemeldete Pyroshow zur würdevollen Verabschiedung des alten Stadions haben wir mitgetragen. Aber es war immer klar, das wir Böller und Bengalos ansonsten nicht im Stadion sehen wollen. Dies waren und sind die Spielregeln. Wer sich daran nicht gebunden fühlt, ist beim FC Rot-Weiß Erfurt unerwünscht.“