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National

„Ein starker Eingriff in den sportlichen Geist der Fußballkultur“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 23. April 2014
Hansa Rostock Fans, Leipzig Quelle: imago

Die Fanszene des FC Hansa Rostock setzt sich nicht ausschließlich aus Klosterschülern zusammen. Auch war unstrittig, dass der Drittligist als „Wiederholungstäter“ galt, als es am vergangenen Donnerstag beim DFB-Sportgericht zur Verhandlung von gleich zwölf Vorfällen unsportlichen Verhaltens kam.

Als vergleichsweise glimpflich konnte man daher die Strafe einordnen, die die Sportgerichtsbarkeit dem FC Hansa aufgebrummt hatte: 20.000 Euro plus einen inzwischen einigermaßen üblichen Teilausschluss der Anhänger auf Bewährung. Dennoch hat der Verein nun angekündigt, Berufung gegen das Urteil einzulegen. Es geht ihm auch um Grundsätzliches.

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Keine beleidigenden, diskriminierenden oder unsportlichen Plakate

Zum einen sei das Urteil in Gänze nicht verhältnismäßig, heißt es zur Begründung. Weiterhin stieß ein Teil der Bewährungsauflagen den Rostockern besonders sauer auf. Dort heißt es, dass der Verein künftig über seinen Ordnungsdienst dafür Sorge tragen müsse, dass bei Heim- und Auswärtsspielen keine Banner oder Plakate mit beleidigenden, diskriminierenden oder sonst unsportlichen Inhalten gezeigt werden. Rainer Friedrich, Vorsitzender Prävention/Stadionmanagement betont: „Einige Punkte des Urteils sind für uns in der Praxis gar nicht durch- und umsetzbar.“

Vor allem die Bewertung eines beim Auswärtsspiel in Leipzig gezeigten Banners mit der Aufschrift „Scheiß Bullen“ sorgt bei der Klubführung für Unverständnis. „Im Rahmen der gesunden sportlichen Rivalität emotional zu werden, macht den Fußball aus und ist Grund dafür, warum Woche für Woche Millionen Menschen in unsere Stadien pilgern oder die Partien vor dem Fernseher verfolgen. Diese Emotionalität ist so alt wie der Fußball selbst. Derbe, im Fußball übliche und allgegenwärtige Gesänge oder Plakate reglementieren zu wollen, so lange die Grenze des Hinnehmbaren nicht überschritten wird, wäre aus unserer Sicht ein starker Eingriff in den sportlichen Geist der Fußballkultur“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Michael Dahlmann.

Innerhalb von einer Woche will Hansa Rostock den Einspruch gegen das DFB-Urteil nun schriftlich begründen. In zweiter Instanz wird es dann beim Bundesgericht des DFB in Frankfurt zu einer mündlichen Verhandlung über den Sachverhalt kommen.