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National

„Ein Polizeieinsatz, der Seinesgleichen sucht“

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 16. April 2015

Nach dem Amateur-Derby zwischen den zweiten Mannschaften von 1860 und Bayern München wurden Forderungen laut, die Duelle aus Sicherheitsgründen zukünftig in der Allianz Arena auszutragen. Nun melden sich Fans von 1860 München zu Wort, die neben dieser Forderung auch den Polizeieinsatz rund um die Partie sowie die nachfolgende Berichterstattung kritisieren.

Im Kontrast zu einigen Medienberichten bezeichnet der Fanrat des TSV 1860 München das Amateur-Derby in der Regionalliga Bayern vom 7. April auf seiner Facebook-Seite als „das friedlichste Derby seit vielen Jahren in München.“ Kritik gibt es jedoch am Einsatz der Polizei, der Seinesgleichen suche. Durch das massive Polizeiaufgebot werde versucht, die Bevölkerung gegen den Standort Grünwalder Stadion für das Amateur-Derby sowie eine Rückkehr der Löwenprofis aufzubringen, was seitens der Politik und Polizeivertreter wohlwollend aufgenommen werde.

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Auch einer möglichen Verlegung zukünftiger Begegnungen in die Fröttmaninger Arena können die Löwen-Fans wenig abgewinnen: „Aus Sicherheitsgründen sollen die mindestens 10.000 rivalisierenden Fans mit der gleichen, einzigen U-Bahn-Linie nach Fröttmaning fahren, um in einem Stadion zu spielen, wo die Fantrennung hauptsächlich durch Ordner und Polizisten anstatt durch bauliche Maßnahmen sichergestellt werden muss? Dies kann und darf nicht die Lösung für ein friedliches Amateure-Derby sein“, heißt es in der Stellungnahme.

Darüber hinaus empfiehlt der Fanrat allen Löwen-Fans, sich den Kauf und damit die finanzielle Unterstützung von Boulevard-Blättern in Zukunft gut zu überlegen, um diesen zu zeigen, „was man von ihrer reißerischen Sensationsgeilheit bzgl. des gehypten Amateur-Derbys halten soll.“

Auch die „Freunde des Sechzger Stadions e.V.“, die sich für eine Rückkehr des TSV 1860 in das Stadion an der Grünwalder Straße stark machen, befürchten, dass die Diskussionen um das Amateur-Derby eben jene Rückkehr bei einem möglichen Abstieg in die dritte Liga gefährden könnte. Die Initiative führt in einem offenen Brief an das Münchner Kreisverwaltungsreferat, die Stadträte der Stadt München, die Münchner Polizei sowie die Münchner Presse jedoch an, dass bei Spielen der Dritten Liga ganz andere Bedingungen herrschten als bei den Derbys: „Zusätzlich zu den hohen Zuschauerzahlen werden beim Derby wesentlich mehr Gästefans zugelassen als bei einem normalen Drittligaspiel, bei dem laut DFB-Statuten lediglich zehn Prozent der Tickets den Gästen zur Verfügung gestellt werden müssen. Es ist sicher einfacher, 1.250 Gästefans von 11.250 Löwenfans zu trennen als 8.000 Fans des FC Bayern von 4.500 Fans des TSV 1860 (oder umgekehrt)“, heißt es in dem Schreiben.