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Ein großer Schritt – aber in welche Richtung?

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 06. Februar 2018
Quelle: imago

Nach der Entscheidung von Martin Kind, seinen Antrag auf Erteilung einer Ausnahme-Genehmigung von der 50+1-Regel ruhen zu lassen, ringen Klub und Opposition um die Deutungshoheit. 

In einer offiziellen Erklärung begrüßt Hannover 96 die Vorgänge vom Montag als „großen Schritt in die richtige Richtung“. Der Klub sehe nun gute Chancen für eine „Modernisierung“ der 50+1-Regel. In diesem Prozess wolle sich Hannover 96 „intensiv, loyal und konstruktiv einbringen.“

Dass Martin Kind den Antrag ruhen lässt, weil seine Erfolgschancen offenbar ziemlich gering waren, will Hannover natürlich so nicht stehen lassen. Man sei nach wie vor davon überzeugt, „dass Martin Kind den Verein 20 Jahre ununterbrochen und erheblich gefördert hat.“ Jedoch sei es nie darum gegangen, „mit dem Kopf durch die Wand zu gehen oder vollends auf die juristische Karte zu setzen.“

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Dass Martin Kind die von der DFL aufgestellten Kriterien für eine Ausnahme-Genehmigung von der 50+1-Regel mitnichten erfüllt, hatte unter anderem die Interessengemeinschaft Pro Verein 1896 wiederholt aufgezeigt. Und auch die Opposition verbucht die Ereignisse vom Montag als Erfolg für sich.

„Für einen Erfolg seiner Übernahmepläne benötigt Martin Kind jetzt die Abschaffung der 50+1-Regel in ihrer bisherigen Form“, hält die Pro Verein fest. Die dafür erforderliche Mehrheit von 24 Vereinen sieht die Initiative derzeit jedoch „absehbar als nicht erreichbar an“.

Pro Verein fordert die DFL daher nun auf, „die unsinnige und schwammige Ausnahmeregelung komplett abzuschaffen und sich auch in der Zukunft klar für 50+1 als Voraussetzung für eine Teilnahme an den Bundesligen auszusprechen.“ Martin Kind selbst ruft die Interessengemeinschaft derweil dazu auf, „dem auf der letzten Mitgliederversammlung dokumentierten Mehrheitswillen der Mitglieder des Hannoverschen Sportvereins gerecht zu werden und sein Ansinnen nicht weiterzuverfolgen.“ Nur so könne wieder Ruhe bei Hannover 96 einkehren.

Ruhig war es in dieser Saison ja eigentlich nur den Spielen von Hannover 96. Aus Protest gegen Kinds Übernahmepläne war die aktive Fanszene zu Saisonbeginn in einen Stimmungsboykott getreten. Ob dieser nun nach der Vertagung der Entscheidung über die 50+1-Regel in Deutschland aufrechterhalten wird oder nicht, will die Fanszene am heutigen Dienstagabend bei einem Treffen diskutieren.