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National

„Ein besonderes Maß an Verlogenheit“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 31. Oktober 2014
Quelle: imago

Die Deutsche Umwelthilfe fährt schwere Geschütze gegen Hannover 96 auf. Schon zu Beginn der Saison hatte die Organisation die vermeintlich umweltfreundlichen, weil kompostierbaren Bierbecher aus Mais kritisiert, die die alten Hartplastik-Mehrwegbecher abgelöst haben. Sie würden ihr Versprechen schlichtweg nicht halten und als Einwegbecher der Verbrennung zugeführt werden. Am 13. Oktober hatte der Bundesligist nun angekündigt, die PLA-Becher zumindest zu recyclen.

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Nach dem Dafürhalten der Umweltschützer gestehen die Niedersachsen damit jedoch erst ein, ihre Fans monatelang bewusst über die vorgebliche Kompostierbarkeit der Becher getäuscht zu haben. Nicht zuletzt der Aufdruck „Ich bin aus Mais“ auf den Bechern suggeriert schließlich die Kompostierbarkeit und besondere Umweltfreundlichkeit der Trinkbehälter, für die nach Einschätzung der DUH aber entscheidenden Nachweise fehlen.

Auch das Recycling-Verfahren der PLA-Becher ist nicht viel mehr nach Gusto der Umwelthilfe. Die Erfahrung habe gezeigt, dass der größte Teil der Becher nicht aussortiert, sondern auf üblichem Wege der Verbrennung zugeführt werde. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch spart daher nicht mit deutlichen Worten in Richtung der Niedersachsen: „Der Klub hat die Öffentlichkeit und seine Fans über Monate mit der Kompostierung seiner Getränkebecher in besonders dreister Weise getäuscht und sich selbst als Öko-Fußballverein inszeniert. Das jetzt angekündigte zukünftige Recycling dieser Becher, ohne dass es in Deutschland entsprechende Anlagen gibt, zeigt ein besonderes Maß an Verlogenheit.“

In einer Umwelttabelle von der DUH veröffentlichten Umwelttabelle der 1. Bundesliga landet Hannover 96 daher abgeschlagen auf dem letzten Rang.