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Dynamo Dresden streicht seinen Ultras die Auswärtsdauerkarten

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 23. Mai 2017
Quelle: imago

Mit einem Maßnahmenpaket hat Dynamo Dresden auf die Vorfälle beim Auswärtsspiel in Karlsruhe reagiert. Bei Auswärtsspielen wird es für Fans des SGD künftig einige Einschränkungen geben. 

Folgende Maßnahmen sollen ab der kommenden Saison gelten:

1. Personalisierter Ticketverkauf bzw. Voucher-Lösung: Personalisierter Kartenverkauf bei entsprechenden Spielen ausschließlich online an Vereinsmitglieder bzw. Ausgabe der Tickets am Spielort nach Vorlage eines Ausweisdokuments. Damit soll die Ticketweitergabe an Dritte erschwert werden. Die Weitergabe von personalisierten Tickets führt zu einem Vereinsausschlussverfahren. Umsetzung der Maßnahme ausschließlich nach vorheriger Absprache mit dem gastgebenden Verein, um sicherzustellen, dass Gästefans die Maßnahme nicht durch den Kauf von Karten für den Heimbereich unterlaufen.

2. Vereinsausschluss: Wegen Fehlverhalten bei Dynamo-Spielen rechtskräftig verurteilte Vereinsmitglieder werden aus dem Verein ausgeschlossen, insofern dem Verein über das Urteil eine Information vorliegt.

3. Zusätzlicher Mitarbeiter: Schaffung einer zusätzlichen Vollzeitstelle in der Abteilung Organisation, die ausschließlich alle sicherheitsrelevanten Themen bei Auswärtsspielen abdeckt.

4. Einlasssicherung: SGD wird gastgebende Vereine auch künftig in Vorbereitung der Spiele beratend unterstützen, um Gästeeinlässe möglichst wirkungsvoll abzusichern (bspw. Vereinzelungsanlagen, Absperrgitter), und nach Absprache und Zustimmung des gastgebenden Vereins sowie der Sicherheitsträger geeignete Maßnahmen ggf. auch eigenständig umsetzen. Die SGD wird bei DFL und DFB darüber hinaus anregen, erhöhte Anforderungen zur Absicherung von Einlässen für Gästeblöcke in den Lizenzierungsbestimmungen für Bundesligen und 3. Liga zu verankern.

5. Sicherheitszuschlag auf Auswärtstickets: Zwei Euro Sicherheitszuschlag pro Karte bei allen Auswärtsspielen zur Umsetzung der unter 1. und 4. genannten Maßnahmen sowie zur Verstärkung des Ordnungsdienstes.

6. Kein Catering: Bei Verfehlungen im Rahmen von Auswärtsspielen wird die SGD beim nachfolgenden Auswärtsspiel oder auch darüber hinaus dem gastgebenden Verein empfehlen, das Catering nicht zu öffnen. In solchen Fällen wird die SGD eine Entschädigung für entgangene Erlöse anbieten und eigenständig eine Getränkeversorgung (alkoholfrei) gewährleisten. Der Verein wird die daraus entstehenden Zusatzkosten über eine weitere Erhöhung des Sicherheitszuschlages kompensieren.

7. Streichung Auswärtsdauerkarten: „Ultras Dynamo“ erhalten für die Saison 2017/18 keine Auswärtsdauerkarten (AWDK). Zur Saison 2018/19 wird über die Ausgabe der AWDK an „Ultras Dynamo“ neu entschieden.

8. Reduzierung Ticket-Kontingent: Reduzierung des Gästeticketkontingents bzw. keine Abnahme von Gästetickets, wenn diese Maßnahme nach Einschätzung von Sicherheitsträgern und gastgebendem Verein zu einer Erhöhung der Sicherheit beiträgt.

9. „Dresdner Fußballdialog“: Die SGD wird einen regelmäßigen runden Tisch anbieten, an dem Vertreter von DFB, DFL, Politik, SG Dynamo Dresden und Fanszene zusammenkommen.

Ziel der Maßnahmen sei „die weitere Erhöhung der Sicherheit bei unseren Auswärtsspielen“ erklärte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born, der gemeinsam mit Ralf Minge am Freitag die Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) besuchte. „Wir werden die Umsetzung im Rahmen unserer Möglichkeiten vorantreiben, sind dabei jedoch auch künftig auf die Unterstützung von Sicherheitsträgern und gastgebenden Vereinen angewiesen.“