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National

Dynamo Dresden droht mit Kollektivstrafen

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 09. Februar 2015
Quelle: imago

Gemeinhin gilt ein Geisterspiel als die härteste Strafe im Repertoire des DFB. Mit etwa 200.000 Euro beziffert Dynamo Dresden den Verlust, der durch das Spiel vor leerer Kulisse gegen Rot-Weiß Erfurt aufgelaufen ist. Nach den Vorfällen beim Auswärtsspiel in Münster in der Vorwoche hatte SGD-Geschäftsführer Robert Schäfer vor der Partie im Falle weiterer Vorfälle drastische Konsequenzen für alle Dynamo-Fans angekündigt. Doch laut Polizeiangaben verlief auch das Geisterspiel nicht ganz ruhig.

So berichtet zumindest die Dresdner Polizei von Auseinandersetzungen mit einer Gruppe von bis zu 500 Dresdner Fans, die sich vor dem Stadion aufgehalten hatten. Nach Ende der Partie, die Erfurt mit 1:0 für sich entscheiden konnte, sei zu Böller- und Flaschenwürfen sowie Handgreiflichkeiten gegenüber Beamten gekommen. Fünf Polizisten sollen dabei leicht verletzt worden sein.  Die Polizei hat Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte sowie Beleidigung eingeleitet.

Zuvor hatten die Beamten bereits die Personalien von mehreren Fans festgestellt, die Pyrotechnik gezündet hatten. Dabei kontrollierten die Polizisten auch einen 22-Jährigen, gegen den bereits ein Haftbefehl vorlag und daraufhin vorläufig festgenommen wurde. Zwei weitere Männer kamen in Gewahrsam, weil sie Platzverweise nicht befolgt hatten.

Geschäftsführer Schäfer hatte das Geisterspiel zuvor zum Anlass genommen, um für Vorfälle wie beim letzten Auswärtsspiel in Münster drastische Konsequenzen für alle Dynamo-Fans anzukündigen. Konkret sind für den Fall weiterer Vorkommnisse folgende Konsequenzen geplant:

– Dynamo Dresden wird nur noch die Hälfte der dem Verein zustehenden Auswärtskarten abnehmen.

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– Eine erhöhte Zahl von Ordnern soll auswärts in Absprache mit dem gastgebenden Verein im Block stehen.

– Die Kosten dafür sollten auf auf alle auswärts fahrenden Dynamo-Fans umgelegt werden. In einem ersten Schritt sind das fünf Euro pro Ticket. Im Wiederholungsfall ist eine weitere Anhebung denkbar.

– Der Verein wird alle Auswärtsdauerkarten zurückgeben.

Zur Dauer dieser möglichen Konsequenzen äußerte sich Schäfer nur vage. Die Maßnahmen sollten so lange aufrecht erhalten werden, bis das Prinzip greife, dass jeder selbst Verantwortung für sein Handeln übernehme. „Sollten die Maßnahmen nicht greifen, werden wir das noch weiter eskalieren“, drohte Schäfer an.

Lobend hob er dagegen hervor, dass die führenden Fangruppen das Geisterspiel weitgehend akzeptiert und sogar angekündigt hätten, auf ein Public Viewing zu verzichten, um zu zeigen, dass sie die Strafe annehmen. „Wir müssen dieses Spiel als einen Startpunkt sehen, um aufzuhören, Ausreden zu finden für ein Verhalten, das nicht zu entschuldigen ist“, forderte Schäfer.

Auch wenn es sich bei den Vorfällen am Wochenende ganz offensichtlich um keine schweren Ausschreitungen handelt, wird die Vereinsführung die jüngsten Vorfälle aber wohl oder übel auch mit ins Kalkül ziehen.