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National

„Dunkelrote Linie endgültig überschritten“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 22. Juli 2014
Quelle: imago

In Leipzig wird man quasi minütlich darauf gewartet haben, nun ist es offiziell: Zumindest die Ultras des VfR Aalen werden zuhause bleiben, wenn ihr Team am ersten Spieltag nach Leipzig reist.

Die Crew Eleven will stattdessen ein Alternativprogramm auf die Beine stellen und die Partie zuhause am Fernseher verfolgen. Es gehe nicht darum, RB Leipzig Aufmerksamkeit oder Eintrittsgelder zu verwehren, noch glaube man, durch den Boykott etwas ändern zu können. Vielmehr sei eine andere Entscheidung dem eigenen Selbstverständlich nach gar nicht möglich, da die Gruppe den Aufsteiger in Gänze ablehne und weder bereit sei, noch ein Auge zuzudrücken, noch einfach so zur Tagesordnung überzugehen.

Nachfolgend die Erklärung im Wortlaut:

Die Crew Eleven wird das Auswärtsspiel unseres VfR´s in Leipzig am ersten Spieltag nicht besuchen!

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Stattdessen werden wir in Aalen ein Alternativprogramm auf die Beine stellen und mit allen interessierten VfR-Fans das Spiel im TV anschauen. Für uns ist mit dem Aufstieg von RB Leipzig nun endgültig die dunkelrote Linie überschritten. Wir sind nun erstmals direkt betroffen und nicht gewillt tatenlos zuzusehen und in Leipzig zur Tagesordnung überzugehen. Wir verspüren keinerlei Interesse den, per DFB und DFL scheinheilig durchgemogelten, Affront gegen das Vereinswesen von unserer Seite aus zu legitimieren. Hierbei machen wir nicht mit, denn das Projekt “Rasenball” wird von uns in seiner Gänze abgelehnt!

Es geht uns weder darum RB Eintrittsgelder oder Aufmerksamkeit zu verwehren, noch glauben wir, dass sich durch unsere Abwesenheit etwas ändert oder großartig die Öffentlichkeit sensibilisieren wird, wenngleich es natürlich wünschenswert wäre.

Unser Boykott resultiert in erster Linie aus unserem Selbstverständnis von Fußball und Fankultur, welches mit diesem Marketingkonstrukt nicht zu vereinbaren ist. Wir werden daher weder gute, noch böse Mine zum Spiel im Stadion machen und RB als Gegner unseres VfR akzeptieren. Wir sehen dies nicht als “Augen verschließen vor der Wahrheit” sondern als einzig konsequente Ablehnung dieser Entwicklung.

Wir wollen keinem VfR-Fan vorschreiben, wie er sich bei diesem Spiel zu verhalten hat und wir stellen es jedem frei mit uns zusammen das Spiel in Aalen zu schauen, oder nach Leipzig zu reisen. Jedoch sollte sich ein jeder hinterfragen, ob nicht schon genug Zugeständnisse gemacht wurden, ob nicht schon genug Augen zugedrückt wurden und ob nicht schon genug rumgelabert wurde. Das Fass ist übergelaufen und für uns gibt es nur noch diese Konsequenz, auch wenn wir unsere Mannschaft an diesem Tage im Stich lassen müssen. Diese wurde informiert, dass sich der Boykott keinesfalls gegen sie, sondern einzig und allein gegen den Heimverein, samt seiner Fans und allem was dahinter steht, richtet.

Crew Eleven Aalen, Juli 2014