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National

Drei Vereine boykottieren Testspiele gegen chinesische U20

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 12. Juli 2017

Neben dem SV Waldhof Mannheim haben sich zwei weitere Vereine der Regionalliga Südwest dazu entschieden, nicht wie vom DFB geplant gegen die chinesische U20-Nationalmannschaft anzutreten. 

Auch die TuS Koblenz und die Stuttgarter Kickers werden nicht gegen die chinesische Auswahl antreten. Der 1. FC Saarbrücken hingegen, der sich nach einem Treffen der Regionalligisten am Dienstag noch Bedenkzeit erbeten hatte, wird das Testspiel „aus sportlichen Gründen“ wahrnehmen.

Auch der 1. FSV Mainz 05 wird mit seiner zweiten Mannschaft gegen die chinesische U20 antreten, obwohl er sich zuvor ablehnend gegenüber den Plänen gezeigt hatte. Wie der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder erklärte, sehe der Verein die „Erweiterung der spielbetrieblichen Abläufe“ weiterhin kritisch. Dennoch wolle der Klub das Spiel nutzen, um den Fußball in der Region zu unterstützen: Die Antrittsprämie soll in Gänze an Mainzer Amateur-Fußballvereine gehen.

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Die Supporters Mainz sehen darin den Versuch, „sich von dieser Sünde freizukaufen“. Das Vorgehen zeige, dass der Verein die Kritik aus den Reihen der Fans nicht verstanden habe. „Mainz 05 hat es wie bei der BILD-Flüchtlingskampagne wieder einmal verpasst, ein klares Zeichen zu setzen und nicht blind jede Aktion der Verbände mitzumachen.“

In der Rückrunde der anstehenden Regionalliga-Südwest-Saison werden demzufolge 16 der 19 Vereine an ihrem spielfreien Wochenende ein Testspiel gegen die chinesische U20 bestreiten. Ursprünglich waren jeweils zwei Spiele geplant.

Für das freiwillige Freundschaftsspiel erhält jeder Regionalligist 15.000 Euro vom DFB. Zudem können Vereine, denen durch die Organisation der Partie Mehrkosten (beispielsweise durch Stadionmiete oder Personalkosten) entstehen, die Übernahme durch den Verband beantragen. Sollte das Projekt dem DFB weitere Erlöse bringen, beispielsweise durch Einnahmen aus der (TV-) Vermarktung, werden diese ebenfalls vollumfänglich an die Vereine ausgeschüttet.