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National

Drastische Sanktionen: Hansa greift knallhart durch

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 02. Mai 2014
Quelle: imago

Dass dem FC Hansa Rostock nach den Ausschreitungen im Heimspiel gegen RB Leipzig eine saftige DFB-Strafe ins Haus steht, ist unzweifelhaft. Der Drittligist hat nun aber bereits im vorauseilenden Gehorsam einen Maßnahmenkatalog vorgestellt, der die Freiheiten der Rostocker Fans empfindlich einschränkt. Den Einspruch gegen die letzte DFB-Strafe hat der Klub ebenfalls zurückgezogen, die Südtribüne bleibt beim nächsten Heimspiel geschlossen Aber das ist noch längst nicht alles…

Dem ehemaligen Bundesligisten ist es ernst. Nachdem einige Hansa-Anhänger sogar die eigene Stadion-Einrichtung demoliert haben, greift der Klub mit entschlossener Härte durch. „Am vergangenen Wochenende wurde durch einige Besucher der Südtribüne eine Grenze massiv überschritten und unser Vertrauen, welches wir im Sinne des Vereins gewährt hatten, mit Füßen getreten. Bei allen Sanktionen und Gegenmaßnahmen dürfen wir aber nicht zulassen, dass es kriminelle Täter schaffen, uns von unserem Weg der Kommunikation mit den friedfertigen Fans abbringen zu lassen“, erklärt der Vereinsvorstand. Daher hat er mit sofortiger Wirkung sieben Maßnahmen verabschiedet. Unter anderem werden Ticketpreise erhöht, Karten möglicherweise nur noch personalisiert vergeben und Choreographien verboten! 

Im Einzelnen gelten folgende Maßnahmen mit sofortiger Wirkung: 

1. Beim Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden (10. Mai 2014) bleibt die Südtribüne geschlossen.

2. Die Kosten für Tageskarten auf der Südtribüne werden in den ersten drei Heimspielen der neuen Saison um je 5 Euro erhöht.

3. Der Ordnerbestand im Bereich der Südtribüne wird in der kommenden Saison signifikant erhöht und die Einlasskontrollen werden weiter verstärkt.

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4. Für die Vorbereitung von beispielsweise abgesprochenen Choreographien haben einige Fanclubs des F.C. Hansa Rostock vertrauensvoll Arbeitskarten vom Verein erhalten. Der Fanszene Rostock e.V. wird ab sofort das Mitnehmen von Fanutensilien abweichend von der Stadionordnung untersagt – sämtliche Arbeitskarten werden eingezogen. Somit sind der Fanszene Rostock e.V. bis auf Widerruf keine Choreographien in der DKB-Arena gestattet.

5. Der Fan-Container im Umlauf der Südtribüne, der für den Verkauf von Fanartikeln der Fanszene Rostock e.V. verwendet worden ist, wird bis auf weiteres geschlossen. Damit wird der Fanszene Rostock eine erhebliche Finanzierungsquelle entzogen.

6. Der F.C. Hansa Rostock prüft außerdem die Möglichkeit des personalisierten Kartenverkaufs für die Südtribüne in der kommenden Spielzeit.

7. Weiterhin prüft der F.C. Hansa Rostock für die kommende Saison die Option, ausschließlich registrierte Dauer- und Tageskarten für seine Auswärtsspiele zu verkaufen.

Alle Maßnahmen gelten bis auf Weiteres, also bis zum Widerruf durch den Verein.

Die Fanszene Rostock erklärt: „Wir akzeptieren die Maßnahmen des Vereins und können diese nachvollziehen. Jetzt gilt es den Vertrauensvorschuss der Vereinsführung wieder zu erarbeiten. Als ersten Schritt werden wir dazu den finanziellen Schaden, der unserem F.C. Hansa Rostock durch den Sachschaden auf der Südtribüne entstanden ist, vollständig regulieren. Darüber hinaus werden wir den Verein bei der Sanierung der Gebäude der Hansa-Nachwuchsakademie tatkräftig unterstützen.“

Hansa Rostock hat außerdem seine Berufung gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts vom 17. April 2014 zurückgezogen und wird das Strafmaß akzeptieren. Unbenommen davon werden Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund hinsichtlich der praktischen Umsetzung einzelner Punkte aufgenommen. Die Errichtung von Fangnetzen vor der Südtribüne wird so schnell wie möglich umgesetzt. „Wir werden Diejenigen, die ihr Fandasein – auch als Ultra – im Rahmen des Erlaubten ausleben wollen immer unterstützen und uns auch öffentlich zu unseren Fans und ihren Belangen positionieren und bekennen. Wer aber seinem Verein vorsätzlich schadet, sich partout nicht an die Regeln hält und glaubt, sich verselbstständigen zu können, wird aus der Hansa-Familie konsequent ausgeschlossen. So werden wir gegen identifizierte und verurteilte Straftäter mit aller Härte vorgehen und diese mit dem längst möglichen bundesweiten Stadionverbot von drei Jahren belegen“, erklärt Rainer Friedrich, Vorstand für Stadionmanagement / Prävention.