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International

Dramatische Wendung in einem Fall um einen schon verurteilten Wacker Tirol-Fan

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 30. September 2014
Quelle: imago

Vor über 10 Jahren wurde ein Wacker Tirol-Fan wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt verurteilt. Der damals 18-Jährige musste insgesamt 332.920€ zahlen. Nun stellte sich heraus, dass der Urteilsspruch einer Falschaussage eines Polizisten zu Grunde liegt.

Am 22. Juli 2003 spielte der FC Wacker Tirol gegen den SV Kapfenberg. Bei einem Platzsturm der Fans hat sich ein einschreitender Polizist einen Bandscheibenvorfall zugezogen, woraufhin er nur noch im Innendienst tätig sein konnte. Er verklagte den Wacker-Fan Daniel A., der ihn zum Sturz gegen eine Werbebande gebracht habe soll.

Der Wacker-Innsbruck-Fan wurde wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt verurteilt und musste unter anderem rund 165.000€ Schmerzensgeld an den Polizisten zahlen. Daraus resultierte, dass der Fan gezwungen war Privatinsolvenz anzumelden. Bis heute hat er auch beruflich kein Bein mehr auf den Boden setzen können.

Und das alles wegen einer Falschaussage des Polizisten, wie sich jetzt herausstellte. Einen Sturz über die Werbebande hat es nie gegeben. Dies konnte ein Amateurvideo beweisen, das der Innsbrucker Strafverteidiger Mathias Kapferer nach über 10 Jahren ausfindig machen konnte.

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Der vom Polizisten behauptete Sturz gegen eine Werbetafel, auf dem der Beamte seinen Bandscheibenvorfall mit nachfolgendem Innendienst gründete, war auf dem Video, dass die Situation des Platzsturms zeigte, nicht zu sehen. Und so folgte nach fast elf Jahren die Prozesswende:

Der Wacker-Fan wurde nunmehr freigesprochen, da das Video als rechtmäßiges Beweismaterial eingestuft wurde. Nach dem Urteil hat sich der schon sicher verurteilt geglaubte Wacker-Fan insgesamt 332.920 Euro erspart. Verteidiger Rechtsanwalt Kapferer zur Tiroler Tageszeitung : „Wie wäre das Leben meines Mandanten wohl verlaufen, wenn wir das Video gleich als Beweis gehabt hätten?“

 

st