Anzeige

National

Dosenwerfen und Daumendrücken

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 24. Oktober 2014
Quelle: Stephan

Gegen 17 Uhr öffnete die Fangastronomie „1848“ im Bochumer Stadion heute ihre Pforten – dabei wird gar nicht gespielt. Dass der Gegner des VfL Bochum RB Leipzig heißt, erklärt den Rest. Obwohl die DFL das geplante Public Viewing im Stadion abgesagt hat, lud die Faninitative zum gemeinsamen RB-Schauen.

Dass sowas nicht ohne feste Seitenhiebe über die Bühne geht, ist Teil der Nummer. So dürfen sich Freiwillige heute im Abwerfen speziell etikettierter Dosen versuchen, während rund 90 Minuten vor Anpfiff des Spiels bereits die ersten Fans eingetrudelt sind. Wie viele es am Ende werden, kann aber auch Christian Schmitfranz nur schwer abschätzen. Die Facebook-Einladung zumindest habe rund 13.000 Menschen erreicht, erklärt uns das Vorstandsmitglied der Faninitiative. 750 Menschen bietet die Fangastronomie Platz.

 

Anzeige

 

Schmitfranz selbst steht jedenfalls voll hinter dem Boykott. Aus Prinzip. „Die Bundesliga ist als sportlicher Wettbewerb gegründet worden. So eine Konstrukt wie RB Leipzig ist jedoch eine Wettbewerbsverzerrung. Wenn das Schule machen sollte, haben wir in einigen Jahren nur noch Investorenklubs in der 1. Bundesliga. Die DFL muss dem entgegenwirken und wird das meiner Meinung nach auch früher oder später tun, aber vielleicht erst in 20 Jahren. Nur dann werden viele Traditionsvereine wie Frankfurt oder Bremen in der 2. Bundesliga spielen“, sagt Schmitfranz gegenüber fanzeit.

 


Einstweilen würden ihm für den Abend aber wohl möglichst viele Besucher im „1848“ und drei Punkte für den VfL reichen. Denn: „Meine Hoffnung ist, dass Bochum in den nächsten Jahren zumindest im Dunstkreis der 1. Bundesliga bleibt.“