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National

Diverse Hooligan-Gruppen lösen sich auf

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 25. Januar 2015
Quelle: imago

Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 22.01. werden gewaltbereite Hooligan-Gruppen künftig als kriminelle Vereinigungen eingestuft. Schon die Mitgliedschaft in solch einer Vereinigung kann strafbar sein. Die ersten Hooligan-Gruppen zogen nun offenbar die Konsequenzen aus dem Urteil und lösten sich auf.

Das BGH-Urteil hat weitreichende Konsequenzen für alle Hooligan-Gruppen in Deutschland. Wie Fanzeit berichtete, hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Urteil des Landgerichts Dresden bestätigt, wonach solche Gruppierungen als kriminelle Vereinigung eingestuft werden können. Dem Urteil zufolge können Mitglieder von Hooligan-Gruppen nun grundsätzlich wegen Mitgliedschaft oder Unterstützung einer kriminellen Vereinigung mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

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Einige Hooligan-Gruppen aus Aachen und Bremen scheinen nun Konsequenzen aus dem Urteil gezogen zu haben. Die jeweiligen Gruppen gaben im Internet ihre Auflösung bekannt. Auf der Homepage der Standarte Bremen findet man folgenden Text: „1990 bis 2015. Der Fußball-Fanklub Standarte-Bremen hat sich nach 25 Jahren aufgelöst. Ich erinner mich gern an diese Zeit, eine Zeit, die man nie vergißt. […] Viel Spaß und Sport frei!“

Auch auf der Seite der Westfront Aachen findet sich eine Bekanntmachung: „Hiermit geben wir bekannt, dass die WESTFRONT DEUTSCHLAND, WESTFRONT AACHEN, WESTFRONT JUGEND sowie LEGION WF mit sofortiger Wirkung seit dem 15.01.2015 aufgelöst sind!“

Ob sich die Auflösung besagter Gruppen als Folge des BGH-Urteils sehen lässt, liegt nahe, kann aber natürlich nur vermutet werden. Auch ob die Gruppen trotz der Auflösung „auf dem Papier“ weiterhin in anderer Form auftreten werden, wird sich noch zeigen.

st