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National

„Diese Demonstration ist pure Provokation“

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 18. Februar 2016
Quelle: imago

Das Derby zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am Samstag sorgt im Vorfeld für mächtig Wirbel. Dafür verantwortlich sind jedoch weniger die sportlichen Aspekte als vielmehr die Begleitumstände. 

Für großes Aufsehen sorgt dabei vor allem die geplante Demonstration von Fans des 1. FC Köln in Mönchengladbach-Rheydt. Dort wollen die FC-Fans ab 11 Uhr gegen reduzierte Gästekontigente und personalisierte Tickets, wie sie für das Derby gelten, protestieren.

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Die Anhänger von Borussia Mönchengladbach sind indes mit der Wahl des Demonstrationsortes alles andere als glücklich: „Diese Demonstration ist pure Provokation, die den Inhalt komplett in den Hintergrund rücken lässt“, heißt es etwa im Blog „MitGedacht.“. Die Gladbacher fürchten, dass der Protest „unschöne Szenen“ heraufbeschwören könnte: „Wohl nur Wenige, die es mit Borussia halten, werden tatenlos zusehen, wie ein rot-weißer Mob durch Gladbach zieht. Und leider (!) wird es erwartungsgemäß auf beiden Seiten einige Unverbesserliche geben, deren maßvoller Umgang mit Pöbeleien und Unmutsbekundungen weit weg liegt vom allgemein erträglichen Maße.“

Auch der Fanprojekt Mönchengladbach (FPMG) Supporters Club stößt sich an der Kölner Demo in der eigenen Stadt und bemängelt fehlende Selbstreflexion bei den FC-Fans: „Kollektivstrafen finden WIR mit unserer Fan- und Diskussionskultur nach wie vor als falsche Maßnahme. ABER so wie sich unser Gegner am Wochenende mit dem Thema Verfehlungen IHRER Fans im Februar 2015 auseinandersetzt und nach wie vor keine nachhaltige Maßnahmen ergreift, endlich mit den Provokationen und Straftaten aufzuhören, lässt uns zweifeln, ob wir über das Gleiche sprechen, wenn wir über eine erhaltenswerte Fankultur sprechen“, heißt es vom FPMG.

Die Gladbacher Fan-Dachorganisation sieht es darüber hinaus nicht als notwendig an, selbst weitere Zeichen zu setzen und verkündet: „Der Kern der Anhänger geht ins Stadion um unsere Borussia mit Leidenschaft beim Spiel zu unterstützen. So soll es auch am Samstag sein.“ Damit geht der FPMG Supporters Club auf Distanz zur Ultragruppe Sottocultura, die angesichts der verhängten Maßnahmen zu einem Stimmungsboykott für das Derby aufgerufen hatte.

Die Südkurve Köln, die die Demonstration organisiert, bittet die FC-Fans derweil um friedliches Verhalten sowie den Verzicht auf Alkohol und Pyrotechnik. „Verhaltet euch normal und lasst euch von niemandem provozieren bzw. geht auf keine Provokationen während der Demo ein“, so die Südkurve Köln auf ihrer Homepage.