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National

Die Karlsruher Polizei führt große Razzien bei Dresden-Fans durch

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 06. Dezember 2017
Quelle: imago

Als Nachgang auf die Mottofahrt der Dresdner beim Spiel in Karlsruhe vergangene Saison, führte die Polizei am gestrigen Dienstag 35 Objektdurchsuchungen durch, darunter Privatwohnungen und das Fanprojekt. 

Die Polizei versucht damit gegen die Organisatoren des Fanmarsches vor dem Auswärtsspiel vorzugehen. Damals marschierten rund 1500 Dynamo-Fans durch das Karlsruher Stadtgebiet zum Wildparkstadion. Die Fans waren in einheitlichen Camo-Shirts mit dem Aufdruck „Footballarmy Dynamo Dresden“ und gekleidet. Einlasskontrollen sollen überrannt worden sein und 21 Polizeibeamte erlitten durch Pyrotechnik Knalltraumata, berichtet der kicker.

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Vorgeworfen werden den Organisatoren des Fanmarschs Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und das Sprengstoffgesetz. Möglicherweise wird den Dresdnern sogar das Tragen von einheitliche T-Shirts als Gesetzesbruch ausgelegt. Weil bei öffentlichen Veranstaltungen ein Uniformenverbot herrscht, könnte also ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorliegen.

Insgesamt 35 Objekte, hauptsächliche Wohnungen und Geschäftsräume, wurden dazu durchsucht. Zunächst wurde von 33 gesprochen, im laufe des Tages erhöhte sich die Zahl jedoch. Der Großteil davon lag in Sachsen, einige jedoch auch in Brandenburg, Baden-Württemberg und der Schweiz, betroffen war unter anderem auch das Dresdner Fanprojekt. Dabei wurden Smartphones, Computer und Speichermedien sichergestellt, außerdem wurden gefundene pyrotechnische Gegenstände und Tarnkleidung eingezogen. Sogar das Fahrzeug, welches den Fanmarsch anführte, wurde beschlagnahmt.

Das Fanprojekt Dresden reagiert auf die Durchsuchungen fassungslos und kritisiert das Vorgehen der Polizei scharf. Torsten Rudolph, Leiter des Dresdner Fanprojekt, der in der Vergangenheit bereits häufig Dialogangebote an die Polizei gerichtet hatte, spricht vom Bruch eines Vertrauensverhältnisses. Die Vorgehensweise der Polizei zeugt von mangelnder Wertschätzung für die Arbeit des Fanprojekts, denn gerade dort wird seit Jahren gezielt in Sachen Gewaltprävention gearbeitet, erklärte Rudolph bei Radio Dresden.