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National

DFL kritisiert Bremer Gesetz

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 23. Oktober 2014
Quelle: imago

Wie erwartet, hat das Bundesland Bremen gestern ein Gesetz verabschiedet, wonach die Kosten für Polizei-Einsätze bei Risikospielen dem Veranstalter, namentlich der DFL, auferlegt werden können. Wie erwartet, reagiert der Ligaverband mit Unverständnis.

„Nach den Signalen im Vorfeld hat uns dieses Ergebnis nicht überrascht. Das Bremer Gesetz löst nicht die Probleme, sondern soll nur die Haushaltslöcher stopfen. Wir bleiben dabei, dass es mit unserem Rechtsverständnis grundsätzlich nicht vereinbar ist. Sollte der Ligaverband einen Kostenbescheid aus Bremen erhalten, werden wir in jedem Fall juristische Schritte dagegen einleiten und Kosten an den SV Werder Bremen weiterbelasten“, sagt Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball in einer Pressemitteliung der DFL.

Der Ligaverband bedauert insbesondere, dass das Land Bremen sowohl den Appell des organisierten Sports als auch die Position anderer Bundesländer sowie des Bundesinnenministers, die im Vorfeld des Beschlusses ihre Bedenken gegen die Bremer Initiative äußerten, ignoriert habe. Auch die mit der Innenministerkonferenz gemeinsam vereinbarten und kontinuierlich umgesetzten Maßnahmen des Fußballs zur Prävention und Einzeltäter-Aufklärung seien seitens der Bremer Bürgerschaft offenkundig nicht gewürdigt worden.

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„Durch die Gebührenerhebung werden die Kosten für die Polizei-Einsätze nicht verringert. Dies muss aber das Ziel sein. Deshalb werden wir die gemeinsamen Anstrengungen in diese Richtung weiter vorantreiben“, erklärt Dr. Rauball.

Die erste Rechnung wird voraussichtlich nach der Begegnung von Werder Bremen gegen Hannover 96 am 13. Dezember bei der DFL eingehen. Bei sogenannten Hochrisiko-Spielen sind bis zu 1200 Polizeibeamte im Einsatz und verursachen Kosten in Höhe von 300 000 Euro. Bei „normalen“ Partien sind es hingegen nur 200 Polizisten und 30 000 Euro. Die Differenz soll nun der Ligaverband zahlen.

„Die DFL ist ein milliardenschwerer Unterhaltungskonzern und hat gerade erst ihre Einnahmen um 230 Millionen gesteigert. Wir wollen von ihr Geld haben, da sie der Veranstalter der Bundesliga-Spiele ist“, begründet SPD-Fraktionschef Björn Tschöpe das Gesetz gegenüber der Bild-Zeitung.

fn