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DFB hebt NOFV-Urteil gegen Cottbus auf

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 28. Februar 2018
Quelle: imago

Der FC Energie Cottbus ist nun doch für die rechtsextremen und antisemitischen Ausfälle von Teilen seiner Fans beim Derby in Babelsberg im vergangen April bestraft worden. Das DFB-Bundesgericht hob einen entsprechenden Einstellungsbeschluss des NOFV-Verbandsgerichtes auf. 

Im Januar hatten die Cottbuser erfolgreich Berufung beim NOFV eingelegt, weil sie sich zu Unrecht ein zweites Mal für die Vorfälle beim Derby bestraft sahen. Diese Einstellung hob das DFB-Bundesgericht nun auf. Zudem verurteilte es den Verein wegen rechtsradikale Sprechchören und Gesten zu einer Gesamtgeldstrafe von 7000 Euro.

Davon kann Cottbus bis zu 3000 Euro für präventive Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus verwenden, was dem DFB bis zum 30. Juni 2018 nachzuweisen wäre. Der genannte Betrag kann insbesondere auch zur Erfüllung der Auflagen aus dem Verbandsgerichts-Urteil des NOFV (eigene Ordner bei Auswärtsspielen) verwendet werden.

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Achim Späth, der als Vorsitzender des DFB-Bundesgerichtes die Verhandlung leitete, sagte anschließend: „Der DFB fährt eine klare Linie gegen rassistische und rechtsradikale Umtriebe. Für solche Verhaltensweisen ist in unserem Fußball kein Platz! Das hat auch der Verein Energie Cottbus in vollem Umfang so gesehen und deshalb dem Urteil zugestimmt.“

Ursprünglich hatte der NOFV den FC Energie am 24. November zu einer Geldstrafe in Höhe von 5.000 Euro verurteilt. Zudem sollte ein Konzept zur Vermeidung von demokratiefeindlichen Verfehlungen erarbeitet werden.

In einem ersten Urteil im Zusammenhang mit dem Derby in Babelsberg im April 2017 hatte der Verband lediglich den Einsatz von Pyrotechnik sowie das wiederholte Betreten des Spielfelds sanktioniert. Dies hatte vor allem beim SV Babelsberg 03 Unverständnis hervorgerufen, der seinerseits auch wegen „Nazischweine raus“-Gesänge verurteilt worden war. Die antisemitischen Gesänge und das mehrfache Zeigen des Hitlergrußes im Gästeblock seien dem NOFV erst nach dem ersten Urteil konkret angezeigt und bekanntgemacht worden, teilte der Verband damals mit.

Auf die erneute Bestrafung hatte der FC Energie mit „Verwunderug und Fragezeichen“ reagiert. Unter anderem verwies der Verein auf seinen umfassenden Maßnahmeplan, der unter anderem die Schaffung einer eigenen Stelle für Vielfalt und Toleranz im Verein beinhaltet. Vor allem fühlten die Cottbuser sich jedoch doppelt bestraft und legten schließlich Berufung gegen das NOFV-Urteil ein.

Dieser gab der NOFV zunächst auch statt. Wenig später schaltete sich jedoch der DFB ein und verurteilte den Verein nun doch.