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National

„Der Fußball darf Entwicklungen nicht ignorieren“

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 19. März 2015
Quelle: imago

Für den kommenden Spieltag haben DFL und DFB einen Aktionstag gegen Fremdenfeindlichkeit geplant. In den ersten beiden Ligen plant man ein „weithin sichtbares Signal.“

Gemeinsam mit der Bundesregierung organisieren sie vom 20. bis zum 22. März einen entsprechenden Aktionstag rund um die Spiele. Bereits in den 90er Jahren wurde ein solcher Aktionstag unter dem Motto „Mein Freund ist Ausländer“ als Antwort auf rassistische Vorfälle durchgeführt.

DFL-Chef Reinhard Rauball bekräftigt: „Wir sind eine weltoffene Liga, bei uns spielen so viele Spieler mit unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft“. Auch wenn der Fußball gesellschaftliche Probleme nicht alleine lösen könne, so soll seine „integrative Kraft“ genutzt werden. „Diskriminierung und Ausgrenzung haben in deutschen Fußballstadien – aber eben auch weit darüber hinaus – keinen Platz verdient.“

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Insgesamt ist die Entwicklung aber positiv, offenen Rassismus gibt es seltener. In den deutschen Profi-Stadien habe sich die Situation eindeutig gebessert, sagt Michael Gabriel, Leiter Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) in Frankfurt. „In den 80er und 90er Jahren war die Atmosphäre viel stärker geprägt von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Sexismus.“ Doch auch wenn sich mittlerweile viele gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit einsetzen, gebe es immer noch Menschen mit rassistischer Einstellung im Stadion.

Zudem dürfen auch aktuelle Bewegungen wie HoGeSa nicht außer Acht gelassen werden.“Dass sich die im Fußball sozialisierten Hooligans vereinsübergreifend im öffentlichen Raum politisch – das heißt rassistisch und anti-muslimisch – artikulieren, ist neu“, sagte Gabriel. Zudem merkte er an: „Der Fußball darf diese Entwicklungen aber nicht ignorieren, weil sich die Politisierung der Hooligans an einigen Fußballstandorten wie Aachen, Dortmund, Duisburg oder Düsseldorf schon länger angekündigt hatte.“

Neben dem Aktionstag sollen TV-Spots und weitere Maßnahmen wie ein Programm für die Unterstützung der Klubs bei der Integration von Flüchtlingen die Position der deutschen Fußballverbände verdeutlichen.