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Hintergründe

„Der Fette mit der Sechs“, Ebbe Sand und lockiges Haar

Autor: Nicolas Breßler Veröffentlicht: 12. März 2015
Quelle: imago

Gestern gab Florian Kringe nach vielen Verletzungen sein Karriereende zum Saisonende bekannt. Der Mittelfeldspieler des FC St.Pauli war zuvor jahrelang bei Borussia Dortmund aktiv und war dort für seine kämpferische Spielweise bekannt, so dass ihm die Dortmunder Punkrockband Dörpms ein eigenes Lied widmete. Titel des Lieds: „Der Fette“. Mal weniger, mal mehr liebevolle Bekundungen für Spieler in Fanliedern und Fangesängen sind keine Seltenheit. Genug Material also für eine Auswahl einiger ganz spezieller Hörproben und ihrer Geschichte.

1) „Wir haben keinen Ronaldinho, wir brauchen keinen Becks. Wir haben den Florian Kringe, der Fette mit der Sechs“. So lautet der Refrain des besagten Lieds über Kringe, den Allrounder, der bei Borussia da spielte, wo er gebraucht wurde. Wie die Band im Interview mit 11 Freunde verriet, wollten sie Kringe damit vor den übrigen Fans in Schutz nehmen: „Wir wollten ihn gegenüber den anderen Fans verteidigen. Kringe war nicht mit allzu großem Talent gesegnet. Er hat sich aber immer den Arsch aufgerissen.“

 

 

2) Bestimmte Rituale vor und während des Spiels sind für die Fans unerlässlich: Die Stadion-Bratwurst, das Absingen der Vereinshymne oder das Auspfeifen des Gegners. Beim FC Union Berlin wusste neun Jahre jeder Fan, was bei Freistößen in Nähe des gegnerischen Tores anzustimmen war: Das Mattuschka-Lied! Immer wenn sich der Mittelfeldregisseur und langjährige Kapitän den Ball zurecht legte, schallte es von den Rängen: „Torsten Mattuschka, Du bist der beste Mann. Torsten Mattuschka, Du kannst was keiner kann. Torsten Mattuschka, hau ihn rein für den Verein!“ Mattuschka spielt mittlerweile wieder bei Energie Cottbus, von wo er 2005 zu Union kam. Verehrt wird bei den „Eisernen“ immer noch, unter anderem wegen diesem Tor gegen den Stadtrivalen Hertha BSC.

 

 

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3) Für das nächste musikalische Fundstück kamen zwei günstige Umstände zusammen: Die Tore und die daraus resultierende Beliebtheit eines dänischen Stürmers und sein gut zu reimender Nachname. Die Rede ist vom langjährigen Schalker Torjäger Ebbe Sand. Das ihn feiernde Lied zählt allerhand besondere Fähigkeiten des Dänen auf, auch außerhalb des Fußballplatzes. So erfährt der gebannte Zuhörer, dass der Däne auf Dosen Flaschenpfand erhält und auch im Sauerland durchaus anerkannt ist. Die Komponisten des Stücks konnten also reimtechnisch aus dem Vollen schöpfen, was bei anderen verdienten Schalke-Recken der frühen 00er Jahre, wie Niels Oude Kamphuis oder Marc Wilmots, wohl eher nicht der Fall gewesen wäre.

 

 

4) Der Umstand, wofür Patrick Ebert in seiner Zeit bei Hertha BSC besungen wurde, ist zumindest zweifelhaft: 2009 streifte der Mittelfeldspieler, im Anschluss an seinen Geburtstag, mit seinem Kumpel Kevin-Prince Boateng nachts durch Berlin und demolierte Autos. Ebert erhielt daraufhin eine Geldstrafe wegen Sachbeschädigung und durfte, nach Sanktionierung durch den Verein, weiter bei Hertha spielen. Die Hertha-Fans zeigten Kreativität und besangen den Publikumsliebling mit einem Lied, in dem sie Ebert als „alten Rowdy“ bezeichneten. Der war von dem Lied so angetan, dass er es zusammen mit den Fans bei der Aufstiegsfeier 2011 sang.

 

 

5) Für südamerikanische Tanzeinlagen war Werder Bremens Verteidiger Andree Wiedener in seiner Zeit bei Werder beim besten Willen nicht bekannt. Dennoch wird ihm in der Hansestadt bis heute mit einem Tanz gehuldigt. Der Tanz, verbunden mit der Aufforderung die Hüften nach links und rechts zu bewegen, geht auf Wiedeners Beliebtheit in der Fanszene zurück und soll auf bestimmte Sidestep-Bewegungen des Verteidigers, während des Laufens im Spiel, zurückgehen.

 

Weiter geht es auf Seite 2 mit Fundstücken aus Großbritannien.