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Der Clemens-Tausender stößt nicht auf Gegenliebe

Autor: Zienau Veröffentlicht: 25. Februar 2015
Quelle: imago

Der Schalker Aufsichtsratsvorsitzende Clemes Tönnies denkt über ein neues Finanzierungsmodell nach. In seinem Gedankenspiel soll jedes Mitglied von Schalke 04 einmalig 1.000 Euro bezahlen und alle Geldsorgen des Gelsenkirchener Klubs seien fürs Erste gelöst. Bei einigen Schalker Fans kommt der Vorschlag nicht so gut an.

Die Bloggerin „Susanne Blondundblau“ findet deutliche Worte für solche Überlegungen: „Dieser Vorschlag ist eine absolute Unverschämtheit! Hier soll auf eine ganz miese Tour die verrückte Liebe vieler Schalker zu ihrem Verein ausgenutzt werden.“ Doch was hatte Tönnies überhaupt angedacht?

Wie das Handelsblatt berichtete, habe er während einer Sitzung in Rheda-Wiedenbrück über ein derartiges Finazierungsmodell gesprochen. Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat seien anwesend gewesen. In Tönnies Gedankenspiel zahlen sämtliche Vereinsmitglieder einen einmaligen Beitrag von 1.000 Euro. Dies würde ausreichen, um sämtliche Schulden zu bezahlen. Dadurch wäre Schalke seine finanziellen Verbindlichkeiten los und hätte in den nächsten zehn Jahren 250 Millionen Euro mehr zur Verfügung. Dadurch würden sie finanziell in einer ganz anderen Liga spielen, ohne auf einen Investor oder ähnliches angewiesen zu sein.

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Kritik an der Geldpolitik des Vereins

Voraussetzung dafür ist, dass jedes Schalker Mitglied bereitwillig zahlt, doch gerade dieser Aspekt wird von Susanne Blondundblau angezweifelt: „Weiß er (Tönnies) überhaupt, was 1.000 € pro Vereinsmitglied (immerhin das Zwanzigfache! des Mitgliedsbeitrags für Vollzahler; eine satzungsgemäße Sonderumlage dürfte nicht ohne Grund nur einen Mitgliedsbeitrag betragen) für viele Schalker Familien – nicht wenige der 132.000 sind noch minderjährig – bedeuten würden? Sollen jetzt wirklich Oppa Pritschikowski und Erna Schibulski den Sparstrumpf plündern, weil auf Schalke jahrelang über die Verhältnisse gewirtschaftet wurde?“

Sie kritisiert zudem die unvernünftige Geldpolitik des Vereins. Dieser solle lieber nur mit Geld spekulieren, welches er auch habe und aufpassen, dass Stars keine Millionenbeträge beim Shoppen in Mailand ausgeben, anstatt die treuen Fans um Geld anzupumpem. „Egal, ob so doch eine Ausgliederung erpresst werden soll, wir nur schonend darauf vorbereitet werden, dass keine Kohle zur Rückzahlung der Fananleihe da ist oder man uns ’nur‘ künftig entgegenhält ’selbst schuld, dass wir nicht oben mitspielen, Ihr wart ja zu geizig‘: Den königsblauen Karren sollen bitteschön die aus dem Dreck ziehen, die ihn hineinbefördert haben. Insbesondere, wenn sie auf über 500 Mio € Privatvermögen geschätzt werden.“

Ob es wirklich zu einem geforderten Tönnies-Tausender kommen wird, ist vorerst unklar. Bislang handelt es sich nur um ein Gedankenspiel…