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National

Demo statt Derby? Hannovers Fanszene ruft zum Boykott auf

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 03. April 2014

Das Derby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 am kommenden Sonntag erhitzt schon seit Tagen die Gemüter. Der Streit um die verpflichtende Busanreise für Auswärts-Dauerkarten-Inhaber in Hannover geht nun in die nächste Runde. Im Internet kursiert ein Brief, der alle 96-Fans dazu aufruft, nicht zum Spiel zu gehen und stattdessen zu demonstrieren. In Braunschweig.

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„Schweren Herzens mussten wir uns entscheiden, dass wir das Spiel der Spiele nicht besuchen können. Es ist uns wahrlich nicht leicht gefallen, aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, wo unbequeme Entscheidungen getroffen werden müssen“, heißt es in dem Brief. Gleichzeitig rufen die Verfasser alle 96-Fans auf, ihrem Beispiel zu folgen und am Sonntag auf die bereits angemeldete Demonstration in der Nähe des Braunschweiger Hauptbahnhofs zu gehen. Die Demonstration, die ursprünglich durch die Innenstadt führen sollte, hat die Stadt Braunschweig zwar genehmigt, allerdings auf ein abgesperrtes Areal am Hauptbahnhof verlegt und zudem von den beantragten 12 bis 14 Uhr auf 14 bis 16 Uhr verlegt. Eine Farce – schließlich beginnt das Spiel bereits um 15.30 Uhr. Sollten dem Aufruf nun tatsächlich nennenswert viele Hannover-Fans folgen, könnte sich die Stadtverwaltung mit ihrem Vorhaben, die Kundgebung rüde auszubremsen, ein Eigentor geschossen haben.

Hintergrund der Demonstration ist die schwer umstrittene Auswärtspolitik von Hannover 96, die Karten für das brisante Spiel nur in Verbindung mit einer verpflichtenden Busreise anbietet. Pikant: Am Donnerstag wurde bekannt, dass 100 Sponsoren-Tickets von dieser Regelung ausgenommen sind. Ob dieses Prozedere überhaupt eine rechtliche Grundlage hat, ist derzeit unter anderem Gegenstand eines Rechtsstreits.