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National

Datei „Gewalttäter Sport“ vor dem Ende?

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 18. November 2016
Quelle: imago

In zahlreichen Bundesländern aber auch bundesweit führt die Polizei Datenbanken über Fußballfans. Immer wieder werden diese Dateien von Fanorganisationen und Datenschützern kritisiert. Die neue Koalition aus SPD, Grünen und Linken im Berliner Abgeordnetenhaus hat sich in ihrem Koalitionsvertrag nun die Abschaffung der Dateien zum Ziel gesetzt.

So will Rot-Rot-Grün die Initiative zur Abschaffung der bundesweit geführten Datei „Gewalttäter Sport“ ergreifen. Aber auch die landeseigene „Datei Sportgewalt Berlin“ soll hinsichtlich des Umfangs der Daten überprüft und nach dem Vorbild Hamburgs überarbeitet werden. Dort hatte die Überprüfung zu einer Löschung der Datenbank geführt.

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In einer Pressemitteilung begrüßt die Fanhilfe von Hertha BSC das Ansinnen der neuen Berliner Koalition. Zwar hätte sich die Organisation eine noch „deutlichere Positionierung“ gewünscht, der angedachte Weg sei jedoch „besser als nichts“.  Sollte sich dennoch keine allumfassende Änderung der Speicherpraxis ergeben, will die Fanhilfe eine juristische Entscheidung dagegen anstreben.

Zudem begrüßt die Herthaner Fanorganisation das Vorhaben der Koalition, einen Beauftragten für die Landespolizei einzusetzen, „denn bisher war eine feste Anlaufstelle bei der Meldung von polizeilichem Fehlverhalten nicht vorhanden.“ Das Bekenntnis von Rot-Rot-Grün, dass beim Einsatz von Pfefferspray keine unbeteiligten Dritten in Mitleidenschaft gezogen werden dürfen, ist der Fanhilfe jedoch zu wenig: „Ein freigesetztes Gift, was Pfefferspray nun mal ist, verletzt zwangsläufig immer Unbeteiligte, daher gehört der Einsatz von Pfefferspray aus unserer Sicht grundsätzlich verboten.“

Insgesamt hegt die Rechtshilfe der Hertha-Fans „nach den letzten Jahren des politischen Stillstands, bzw. Rückschritts in den Bereichen Polizeiarbeit, Bürgerrechten und Datenschutz“ nun die Hoffnung, „dass dass die vereinbarten Vorhaben zügig umgesetzt werden.“