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National

„Das große Ganze ist wichtiger als ein einzelnes Spiel“

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 21. September 2015
Quelle: imago

Im Interview mit dem Deutschlandfunk wünscht sich Marc Quambusch, Sprecher der Fan-Initiative „Kein Zwanni“, Solidarität unter den Anhängern des BVB. Diese sollen das kommende Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim wegen der hohen Eintrittspreise kollektiv meiden.

Da gemeinsames und erschwingliches Fußballgucken auch in der Zukunft noch machbar sein soll, seien einzelne Aktionen wie diese auch nicht als „Im Stich lassen“ der Mannschaft zu verstehen.  Die Bundesliga lebe davon, „dass Fans gemeinsam eine Atmosphäre schaffen“. Diese sei in Hoffenheim ohnehin schon nicht so groß. Auch wenn er Verständnis für Dortmund-Fans aus der Umgebung hat, hofft er auf die Solidarität der Anhänger, da „der Kampf um’s große Ganze wichtiger ist als ein einzelnes Spiel.“

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Der Verein habe am Anfang gut reagiert und sich für erfolglos eine Senkung der Preise eingesetzt, die Initiative hätte sich später aber etwas mehr Unterstützung erhofft. Insgesamt pflegten die handelnden Personen der Borussia allerdings einen intensiven Dialog, auch wenn man nicht immer einer Meinung sei.

Zudem weist Quambusch darauf hin, dass einige Vereine durchaus schon Konsequenzen aus den Protesten der Fans gezogen haben. So habe Hertha BSC Einheitspreise für Gästefans eingeführt, und auch Klubs wie Dortmund, Hamburg oder Wolfsburg hätten ihre Preispolitik angepasst. Topspiel-Zuschläge seien prinzipiell vertretbar, allerdings nicht für die Anhänger der Gäste, da vor allem die Allesfahrer großer Klubs wie Bayern München oder Dortmund hier viel mehr zahlen müssten.

Man müsse verhindern, dass der Stadionbesuch ein Privileg der Besserverdienenden werde, denn der Blick auf die britische Fanszene mit einem weit höheren Altersschnitt zeige die Besonderheit der Stimmung auf den Bundesliga-Tribünen.