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National

Darum kam es zur Schlägerei im Fortuna-Block

Autor: peter Veröffentlicht: 24. März 2014
Quelle: imago

Die Zweitliga-Partie zwischen FSV Frankfurt und Fortuna Düsseldorf wurde durch Unruhen im Gäste-Block überschattet (fanzeit berichtete). Warum es zu den Ausschreitungen im Düsseldorfer Fanblock kam, war jedoch unklar – die Situation zwischen den beiden Fanclubs „Dissidenti“ und den „Bushwhackers“ ist aber wohl schon seit Monaten angespannt.

Wie kam es zu den Ausschreitungen am Samstag?
Laut der Stellungnahme der Ultra-Gruppierung Dissidenti sollen Mitglieder der „Bushwhackers Düsseldorf“ die Fahne, der als faschistisch geltenden Ultra- und Hooligangruppe „Frente Atletico“(Atletico Madrid) hochgehalten haben. Die Dissidenti, die Rechtsextremismus im eigenen Verein als „nicht ignorierbares Problem“ sehen, haben die Bushwhackers mehrfach aufgefordert, die Fahne abzunehmen, was dazu führte, dass die Situation eskalierte. Vier Mitglieder der Bushwhackers sollen offenbar verhaftet worden sein. Der Konflikt schwelt aber schon länger. Die Dissidenti berichten: „Belei­di­gun­gen und Dro­hun­gen, die bis zu Mord und Ver­ge­wal­ti­gung rei­chen, gibt es seit Wochen und Mona­ten in beängs­ti­gen­der Regel­mä­ßig­keit, den­noch – oder gerade des­halb – haben wir immer gehofft, ohne kör­per­li­chen Scha­den Lösun­gen und Fort­schritte her­bei füh­ren zu kön­nen“, berichtet die Gruppe.

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„Wir haben immer ver­sucht zu ver­hin­dern, was heute pas­siert ist.“

Die Dissidenti betonen weiter, dass sie daher schon Monaten bemüht seien, „einen Konsens zur Handlungsgrundlage“ zu finden, Gewalt gehöre nicht zu den eigenen „Vorstellungen von Fankultur und einem erfolgreichen Spieltag“, erklärte die Ultragruppe. „Wir haben immer ver­sucht zu ver­hin­dern was heute pas­siert ist.“ Dennoch wollen die Dissidenti auch in Zukunft uneingeschränkt den Verein unterstützen: „Die heutigen Erlebnisse lassen uns mit gemischten Gefühlen auf die nächsten Wochen blicken. Dabei ist klar, dass wir uns nicht einschränken lassen und unseren Weg unbeirrt weiter gehen.“

In einer offiziellen Erklärung von Fortuna Düsseldorf verurteilt der Verein „jegliche Art von Gewalt.“ Auch von der rechtsextremen Szene distanziert sich der Klub: „Fortuna Düsseldorf hat in der eigenen Fangemeinde keine organisierten rechtsradikalen Gruppierungen oder Gruppierungen, die von Rechtsradikalen unterwandert sind.“ Abschließend sucht die Fortuna den offenen Dialog mit „allen beteiligten Seiten.“ Also auch mit Jochen Dancker, einem Mitglied der „Bushwhackers“. Er distanziert sich von rechtsextremem Gedankengut und verteidigt sich und seinen Fanclub gegenüber RP-ONLINE: „Wir sind keine Nazis. Einige von uns sind mit den Jungs aus Madrid befreundet, das ist alles. Bei uns sind Griechen, Chinesen, Polen und Menschen mit afrikanischen Wurzeln Mitglied, die würden sich doch nie mit Nazis verbünden.“