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National

Darmstädter fürchten um Gegengerade

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 14. Juli 2015
Quelle: imago

So war das nicht geplant. Die Stadt Darmstadt übergeht in ihrem Lastenheft zum neuen Stadion zentrale Aspekte des Fanbündnisses.

Ein Neubau muss her, das alte Stadion am Böllenfalltor ist marode und nicht mehr zeitgemäß. Treue Fans der Darmstädter schlossen sich deswegen zusammen und gründeten das „Fanbündnis Bölle“. Und dieses Bündnis war nicht untätig: Es gab eine Demonstration, eine Petition, eine Umfrage und einen eigenen Entwurf.

Auf einer Informationsveranstaltung am Montagabend hat die Stadt Darmstadt nun Details zur Planung kommuniziert. Ab 2016 soll nach und nach ein neues Stadion entstehen, das zwischen 18.098 und 19.350 Zuschauern Platz bieten wird. Dabei berücksichtige man den von Fans gewünschten hohen Stehplatzanteil (rund 45 Prozent). Oberbürgermeister Jochen Partsch bestätigte: „Es wird so sein, dass das Merck-Stadion einen Stehplatz-Anteil haben wird, der in der Bundesliga einmalig ist.“ Ursprünglich hatte das Fanbündnis 10.000 Stehplätze gefordert, ist mit der neuen Lösung aber einverstanden.

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Diese Variante ist für uns keine Alternative! „Eine Variante sieht den Gästeblock im Nordosten, den der Heimfans im Sü…

Posted by Fanbündnis Bölle – Tradition hat Zukunft on Dienstag, 14. Juli 2015

Nicht zufrieden sind die Anhänger der „Lilien“ allerdings mit der Aufteilung: Es soll weiterhin Stehplätze auf der Gegengeraden geben. Der Entwurf sah ein „umlaufendes Band an Stehplätzen“  vor, man wolle die Fans der Gegner nicht „in die Ecken abschieben“. In diesem Punkt aber zeigt man sich nach der gestrigen Veranstaltung ernüchtert. Die Anforderungen der Stadt enthalten keine Details zur Gestaltung der Gegengeraden. Nicht zumutbar, findet das Fanbündnis: „Wenn es keinen entsprechenden Architekten-Vorschlag gibt, dann wird es zukünftig keine Stehplätze auf der Gegengeraden geben. Wir sind auf Gedeih und Verderben auf gute Vorschläge angewiesen. Die Stimmen von tausenden Lilienfans werden schlichtweg ignoriert.“