Anzeige

National

„Darauf hinweisen, dass Tradition Kommerz schlägt“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 09. Oktober 2014
Quelle: imago

Neun mal Deutscher Meister, vier mal DFB-Pokal-Sieger: In Sachen Tradition und großer Geschichte macht dem 1. FC Nürnberg in der 2. Fußball-Bundesliga niemand etwas vor. Dass der „Club“ mit einer über Jahrzehnte gewachsenen und entsprechend zahlreichen Fanbase aufwarten kann, muss man nicht erklären. Wenn schon vergleichsweise kleinere Klubs wie Heidenheim oder Ingolstadt mit Protesten gegen den ungeliebten Spielklassen-Kameraden aufwarteten, durfte man vom 1. FC Nürnberg entsprechendes Spektakel erwarten.

Doch die Fans am Valznerweiher haben derzeit mit wesentlich weltlicheren und konkreten Problemen zu kämpfen als der Debatte über das Für und Wider der Roten Bullen, die mit einem sportlichen Höhenflug ihrer Kraftbrause derzeit fast wortgetreu die bestellte Werbekampagne liefern. Von der sportlichen Bilanz des Absteigers soll da vorerst gar nicht die Rede sein. Vielmehr stoßen die Franken bei der Frage, wie sie den Sachsen nun begegnen wollen, auf ein logistisches Problem. Der DFB hat die Blöcke 7, 9 und 11 für zwei Heimspiele gesperrt. Dort hält sich üblicherweise der Stimmungskern der Nürnberger auf.

 

Anzeige

„Der Handlungsspielraum der Fanszene ist derzeit stark eingeschränkt. Daher wird es wohl keine aufwendige Choreographie oder ähnliches geben“, erklärt Nürnbergs Fanbeauftragter Jürgen Bergmann. Auch eine Aktion wie sie Union Berlin oder Fortuna Düsseldorf bei den Heimspielen gegen Leipzig organisiert hätten, sei demnach wohl nicht geplant. „Ich gehe aber davon aus, dass unsere Fanszene sich dennoch etwas einfallen lassen und das ein oder andere Spruchband präsentieren wird, um darauf hinweisen wird, dass Tradition Kommerz schlägt.“

ak