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National

Coloniacs positionieren sich gegen Nazis

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 28. September 2016
Quelle: imago

Beim Heimspiel gegen den SC Freiburg am 16. September präsentierte die Kölner Ultragruppe Coloniacs zwei Spruchbänder, auf denen sie ihrem Ärger zu zwei verschiedenen Themen Luft machten. Auf ihrer Homepage erklären die Ultras nun die Hintergründe. 

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Mit dem Transparent „Ausgangssperre für Nazis!“ bezogen die Coloniacs eindeutig Stellung zu den Geschehnissen in Bautzen Mitte September. Dort hatte der Landkreis Bautzen nach einer Auseinandersetzung zwischen 20 minderjährigen Flüchtlingen und etwa 80 bis 100 Rechten eine Ausgangssperre nach 19 Uhr für minderjährige Flüchtlinge verhängt. „Sprich eine Gruppe wird aufgrund ihrer Abstammung in ihrer Freiheit und ihren Rechten eingeschränkt – ohne Zweifel eine rassistische Praxis. Eine andere Gruppe – ortsansässige und zugereiste Nazis – bekommt ihren Willen und wird trotz dutzender registrierter Straftaten (Körperverletzung, Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole u.a.) für ihre Gewalt und menschenfeindliche Einstellung belohnt“, kritisiert die Ultragruppe, die Antirassismus zu ihren „wichtigsten Grundsätzen“ zählt.

Auf einem weiteren Spruchband mit der Aufschrift „20 Euro für ein Pokalspiel gegen Hopp? Habt ihr sie noch alle?“ kritisierten die Coloniacs ihren eigenen Verein für die Eintrittspreise, die dieser beim Pokalspiel gegen die TSG Hoffenheim aufruft. So kostet ein Stehplatz für die Zweitrundenpartie 16 Euro plus vier Euro an zwingenden Versandkosten, da der Klub dies als einzige Übermittlungsart anbietet. „Kein Zwanni für nen Steher? Das gilt also noch nicht mal mehr für ein Pokalspiel zu einem frühen Zeitpunkt des Wettbewerbes gegen einen völlig uninteressanten Gegner“, heißt es dazu von der Gruppe.

Die Coloniacs vermuten, dass der FC auf diese Weise etwaige Verluste wettmachen will, da Spiele in der zweiten Runde des DFB-Pokals erfahrungsgemäß eher mäßig gut besucht seien. Somit sind die Preise im Verglich zum letzten Pokalheimspiel der Kölner gegen den MSV Duisburg im Jahr 2010 um fünf Euro gestiegen. „Gewisse Preissteigerungen sind leider normal, aber ein derart hoher Anstieg ist nicht nachvollziehbar“, kritisieren die Ultras.