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Cattiva erklärt Hintergründe des Blockwechsels

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 09. August 2017
Quelle: Cattiva Brunsviga

Weil ihr Stammblock wegen eines DFB-Urteils gesperrt war, unterstützten rund 80 Ultras von Eintracht Braunschweig ihre Mannschaft beim Spiel gegen den 1. FC Heidenheim aus dem Gästeblock des eigenen Stadions. Nun erklären die Ultras von Cattiva Brunsviga, wie es dazu kam. 

Wie die Gruppe auf ihrer Website öffentlich macht, hatte der FanRat Braunschweig e. V. bereits im Vorfeld der Partie Kontakt mit dem Verein aufgenommen und angefragt, ob die von der Blocksperre betroffenen Fans, die im Besitz einer Dauerkarte sind, ein Vorkaufsrecht für die Nordkurve erhalten könnten. Ähnlich war Dynamo Dresden zuletzt verfahren, als der K-Block im eigenen Stadion geschlossen bleiben musste.

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Die Verantwortlichen in Braunschweig lehnten dies jedoch aus „Organisations- und Kapazitätsgründen“ ab. Also entschieden sich die Ultras ihren Protest gegen die Kollektivstrafe anderweitig ins Stadion zu tragen und tauschten sich mit der Fanszene des 1. FC Heidenheim aus. Diese besorgten dann letzten Endes über ihren Verein Eintrittskarten für den Sitzplatzbereich des Gästeblocks und gaben diese an die Braunschweiger weiter.

Zum ungewohnten Bild im Gästeblock heißt es von Cattiva: „Das Verhalten im Gästeblock war das gesamte Spiel über von gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen Willen geprägt, die Blocksperren-/Kollektivstrafenpraxis des DFB ad absurdum zu führen und ein entsprechendes Zeichen zu setzen. Demnach bleibt die Erwartung, dass die Herren aus Frankfurt daraus ihre Lehren ziehen, diese äußerst fragwürdige Praxis überdenken und ein für alle Mal abschaffen. Wir werden jedenfalls nicht klein beigeben und auch künftig Mittel und Wege finden, um einen Widerstand zu formen.“

Kritik üben die Ultras darüber hinaus an den Vereinsverantwortlichen in Braunschweig und Heidenheim. So habe der Verein untersagt, dass sich die gewachsene Zahl an Stadionverbotlern an Spieltagen in der Stadiongaststätte „Wahre Liebe“ oder im FanHaus aufhält. Die Ultras hätten sich hier „einen Vertrauensvorschuss statt einer Vorverurteilung“ gewünscht.

Zudem sei Eintracht Braunschweig der Bitte aus Heidenheim nachgekommen, den Gästefans jegliche Spruchbänder zu untersagen. Somit mussten die beiden Transparente mit den Aufschriften „Solidarität ist unsere größte Waffe – gegen Kollektivstrafen!“ und „Ihr könnt uns alles verbieten, uns aussperren oder was auch immer – brechen werdet ihr uns nie!“ außerhalb des Gästeblocks bleiben. Bei den Ultras von Cattiva Brunsviga löste dies nach eigenen Angaben „nur noch Fremdscham, Wut und Fassungslosigkeit aus“.

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